Schlagwort: Pop

  • Das dicke Geschäft mit den Fans

    Artikel im Tagesspiegel vom 5. September 2010 von Lars Dittmer //Lange muss man nicht warten, sie kommen zu einem. Sie sehen etwas bulliger aus als das studentische Publikum, das sich zum Berlin-Gig der kanadischen Indieband Arcade Fire vergangenen Dienstag vor dem Tempodrom tummelt. Sie stehen etwas abseits, mit weiten Hip- Hop-Hosen und Sonnenbrillen, wechseln mal untereinander ein paar Worte, mischen sich dann wieder unter die kastenbebrillten Indiefans.

    Man merkt, dass sie die Musik nicht interessiert – sie sind hier wegen des Geschäfts. „80 Euro das Ticket“, sagt einer mit umgedrehter Kappe. Könne er auch mehr besorgen? „Mehr als zwei kriegst du nie“, sagt er misstrauisch und dreht sich schnell um. Ein dicker Kollege von ihm ist offener: Klar, man müsse sich nur festlegen, wie viele. 80 Euro verlangt auch er. Eine halbe Stunde später kostet sie bereits 100 – bei Vorverkaufspreisen von 32 Euro eine beachtliche Gewinnspanne. Für die Fans, die noch keine Karten haben, wird es eng, denn das Konzert ist schon seit Wochen ausverkauft und günstige Tickets rar.

    Nicht alle haben das Glück, The Arcade Fire so erleben zu dürfen. Bild: Anders Jensen-Urstad/Wikipedia
    Nicht alle haben das Glück, The Arcade Fire so erleben zu dürfen. Bild: Anders Jensen-Urstad/Wikipedia

    „Eigentlich gehört das verboten“, schimpft ein Wiener Architekturstudent, der extra nach Berlin gereist ist, um das Konzert zu besuchen. Die Händler haben ihn gleich in der Einfahrt zum Tempodrom angesprochen. Er hat ihnen ein überschüssiges Ticket zum Normalpreis verkauft. Die Geschäftemacherei ärgert ihn: „Die Karten werden in großen Mengen günstig eingekauft und dann, online oder vor dem Konzert, teuer abgestoßen. Die Schwarzmarkthändler treten immer wie normale Fans auf.“ So auch bei der Onlineauktionsplattform Ebay, die sich in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen Umschlagplätze für Konzertkarten entwickelt hat. Wenige Tage vor dem Arcade-Fire-Gig wechselten hier Tickets für immense Summen den Besitzer. Ein User hatte zwei Tickets im Angebot und die Auktion bei 1 Euro angesetzt. Fünf Tage vor dem Konzert nahm er 136 Euro dafür ein. Wie man in seiner Angebotsgeschichte lesen kann, hat er drei Tage darauf ein weiteres Paar für 251 Euro verkauft. Regulär hätten zwei Tickets 64 Euro gekostet. Auch bei den Onlinebörsen Viagogo, Fansale und Seatwave konnte man noch Karten ergattern: Alle starteten bei 64 Euro, bei Seatwave gingen die Preis bis 165 Euro. Auch hier scheint es, als verkauften Fans privat – mehr als zwei Tickets werden nie angeboten.

    Es ist zu einem gewissen Grad legitim, seine Konzertkarte online zu verkaufen, denn die Veranstalter nehmen Tickets auch bei Krankheit nicht mehr zurück. „Es ist nicht zutreffend, den Wiederverkauf von Tickets generell als nicht erlaubten Schwarzhandel zu bezeichnen“, sagt Maike Fuest, Pressesprecherin von Ebay. „Die vorliegende Rechtsprechung beurteilt einen solchen Wiederverkauf bis dato widersprüchlich.“ Zumal niemand gezwungen ist, Wucherpreise zu bezahlen – gerade bei Ebay entstehen sie oft durch die Nachfrage. Schwierig ist es gleichwohl, ehrliche Fans von den Leuten zu unterscheiden, die gewerbsmäßig anbieten. Denn wie so oft verlocken rechtliche Grauzonen zum Missbrauch.

    In den Musikforen im Internet ballt sich der Frust, von systematischer Abzocke ist die Rede. Userin „Birgit 72“ ärgerte sich da über die Ticketpreise zum Berlin-Gig von Rammstein im Dezember vergangenen Jahres. Der offizielle Onlineshop der Band sei gleich zu Beginn des Vorverkaufs abgestürzt, Community-Mitglieder hatten bevorzugt Karten bekommen, und als der Shop wieder funktionierte: „Ausverkauft!“, schrieb sie. Die Karten fand sie dann bei Ebay wieder, im Sofortverkauf für 225 Euro – mehr als dreimal so hoch wie regulär. Als sie bei der Verkäuferin anfragte, ob dies tatsächlich der Preis für eine Karte sei, erhielt sie als Antwort: „Ups, verschrieben, ist für zwei Karten.“ Tags darauf stand dort wieder Stückpreis. „Die gute Frau hat 34 Auktionen mit Konzertkarten am Laufen – aus Versehen?“ ärgerte sich „Birgit 72“.

    „Der Schwarzmarkt vor allen interessanten Konzerten ist inzwischen Usus“, sagt Peter Schummel von der Konzertkasse Koka 36 in Kreuzberg. Der Schaden ist freilich nicht nur moralisch – Fans und Konzertveranstalter werden gleichermaßen ausgenommen, und die Gewinne werden nicht versteuert. „Auch bei Fußballspielen und anderen Events sind die organisierten Gruppen tätig – bundesweit“, sagt Schummel. Den Ticketbüros sind die Hände gebunden: „Bei größeren Einkäufen um 50 Tickets fragen wir nach, was mit den Karten passiert. Ansonst gibt es bei uns auch die Unschuldsvermutung.“ Könnte man Tickets nicht personengebunden verkaufen? Schummel winkt ab: „Den logistischen Aufwand einer Ausweiskontrolle kann man bei Tausenden von Fans nicht mehr stemmen.“

    Bei Senat und Polizei ist man ebenfalls ratlos. „Der Konzertkartenschwarzmarkt ist Teil des Zivilrechts, die Veranstalter müssen Anzeige erstatten“, sagt Guido Busch, Pressesprecher der Berliner Polizei. Diesen fehlen aber die Kapazitäten, bei Hunderten von Fällen einzuschreiten. Schwarzmarkthändlern kann auf dem Konzertgelände zwar aufgrund des Hausrechts ein Platzverweis gegeben werden, sie können dann aber auf der Straße weitermachen. Diese Erfahrung hat das Concertbüro Zahlmann, ein großer Berliner Veranstalter, bereits gemacht. Welche Verluste durch den Schwarzmarkt entstehen, ist schwer zu sagen: „Den Schaden kann man nicht beziffern, wir haben nicht das Personal, das im großen Stil einzuschätzen“, sagt Manfred Müller vom Concertbüro. Wer den organisierten Schwarzmarkt betreibt und wie hoch die Steuerausfälle sind, ist nicht bekannt. Gibt es gar kein Mittel, Ticketdealern das Handwerk zu legen? „Im Prinzip wäre es einfach, wenn jeder nur den Originalpreis für eine Konzertkarte zahlen würde“, sagt Peter Schummel. „Solange Wahnsinnspreise für die Tickets bezahlt werden, müssen wir mit dem Schwarzmarkt leben.

  • Abgeblitzt

    Prince spielt am Montag auf der Waldbühne in Berlin. Doch das Blitzlicht könnte für den Popstar weniger grell ausfallen als erwartet. Denn Fotografen bekommen vor Konzerten immer öfter Knebelverträge vorgesetzt. Artikel im Tagesspiegel vom 5. Juli 2010 von Lars Dittmer//

    Prince im Frühjahr 2010 – fotografiert von Nicolas Genin (Wikipedia)

    Es soll eine spektakuläre Show werden, wenn Prince an diesem Montag sein einziges Deutschlandkonzert auf der Waldbühne in Berlin gibt. Doch während der Popstar im Scheinwerferlicht steht, könnte es vom Platz der Fotografen weniger grell blitzen als erwartet. Viele Bildjournalisten hatten am Freitag weder eine Akkreditierung für das Konzert, noch kannten sie die Bedingungen, unter denen sie Prince überhaupt ablichten dürfen.

    Mit solchen Schwierigkeiten sind Fotografen bei Auftritten von Stars immer öfter konfrontiert. Erst Anfang Juni forderte etwa das Management von Rammstein vor den Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“, die auf den Gigs gemachten Bilder nur an ein Medium zu verkaufen und dann der Band zur Verfügung zu stellen. Andere Stars verlangen, die Bilder vor der Veröffentlichung zu sehen oder die Rechte für die Bilder komplett übertragen zu bekommen. Das Material anschließend mehrfach zu verwenden oder zu archivieren, ist dann nicht mehr möglich. Für Konzertfotografen, die von einer Streuung der Bilder leben, eine finanzielle Katastrophe. „Von 40, 50 Euro pro Termin kann niemand leben“, sagt Sven Darmer, Chef der Bildagentur „Davids“ in Berlin. Die Folge: Immer mehr Konzertfotografen arbeiten vertragsbrüchig.

    Auch während der Konzerte kämpfen Fotografen gegen härtere Arbeitsbedingungen. Statt vor der Bühne werden sie weit entfernt in der Nähe des Mischpults platziert. Notgedrungen akzeptieren die Fotografen inzwischen, dass die meisten Musiker nur während der ersten drei Lieder Fotos erlauben – ohne Blitz. „Die Stars fangen dann an zu schwitzen, das ist nicht mehr so schön“, witzelt Darmer. Wenn allerdings der ohnehin schon knappe Zeitraum noch mehr verkürzt wird – Robbie Williams etwa erlaubte bei seinem Konzert in Berlin 2009 Fotos nur während der ersten zwei Lieder, Madonna gab den Fotografen im Berliner Olympiastadion 2008 lediglich vier Minuten – ist vernünftige Arbeit kaum noch möglich.

    Doch es geht den Musikern nicht allein um die komplette Kontrolle über die Bilder. „Auch die illegale Vermarktung von Fanartikeln könnte viele Stars aufgeschreckt haben“, sagt Dirk von Borstel, Bildchef der Nachrichtenagentur ddp. Freilich ist nach deutschem Recht Zensur unzulässig, und die Fotografen haben das Urheberrecht über ihre Fotos. Dennoch gilt auch bei den Konzerten von Megastars, bei denen öffentliches Interesse besteht, das Hausrecht. Und darüber kann die Pressefreiheit beschnitten werden. Letztlich entscheidet der Wortlaut des Vertrages, und der ist verhandelbar. „Die Verträge sind allerdings meist in Englisch und wenn darin ,Gerichtsort New York’ steht, ist so mancher Kollege eingeschüchtert“, so von Borstel.

    Michael Konken, Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), hatte geraten, die „Knebelverträge“ von Rammstein nicht zu unterzeichnen. „Immer häufiger solidarisieren sich die Medien“, sagt Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin des Verbands. So boykottierten die Nachrichtenagenturen DPA, ddp und AP im vergangenen Jahr den Berliner Auftritt von Britney Spears – und berichteten gar nicht. Verschiedene deutsche Tageszeitungen zeigten in der Vergangenheit schon mal einen leeren Kasten anstatt eines Stars. Doch oft sitzen die Bands am längeren Hebel. So hatte DJV-Chef Michael Konken zwar Rammstein aufgefordert, unbeschränktes Fotografieren zu ermöglichen. Eine Antwort bekam er bis heute jedoch nicht.

  • Auf Ponys gegen Prolls

    Schlechter Geschmack, große Pläne: Ein Besuch bei der Elektropunkband Die Toten Crackhuren im Kofferraum. Artikel im Tagesspiegel vom 30. April 2010

    Wer dachte, Berliner Jugendliche sind schon lange nicht mehr „punk“ und studieren jetzt alle BWL, um mit Mitte Zwanzig die deutsche Normfamilie zu gründen, könnte sich noch wundern. Denn die vier- bis achtköpfige Berliner Elektro-Anarcho-Combo Die Toten Crackhuren im Kofferraum (T.C.H.I.K) macht sich derzeit auf, gestriegelten Castingbands das Fürchten zu lehren. Als Vorband der Berliner Rapper K.I.Z ist die Bad-Taste-Truppe erstmals aufgefallen. Jetzt stehen Konzerte und im Sommer eine neue Platte an.

    Spaß und Rebellion. Kristeenager, Luise Fuckface, Stehfanje (oben) und Netja Triebeltäter von Die Toten Crackhuren im Kofferraum. Foto: Doris Spiekermann-Klaas

    Die Crackhuren haben sich im „Studio Kitsune“ versammelt. Es liegt im angesagten Teil von Nordneukölln, der sich in den letzten Jahren ein trendiges Mäntelchen übergeworfen hat. In den weitläufigen Lofträumen des Studios kreieren Labels wie Royal Bunker Hip-Hop-Beats, außerdem werden hier Filme produziert und Castings veranstaltet. Während Musiker und Medienmenschen aller Couleur lässig in T-Shirts und Jeans durch die Lofträume bummeln, sitzen vier der Girls, Luise Fuckface (22), Netja Triebeltäter (20), Kristeenager (20) und Stehfanje (21), schrill geschminkt, mit „Crackhuren“-Shirts und Haarsträhnchen auf einem speckigen Ledersofa, scherzen und gackern fröhlich vor sich hin.

    Wie viele Mitglieder die Band hat, ist nicht abschließend geklärt. Zurzeit sind „es vier bis acht und drei süße Boys“, sagt Luise Fuckface, die sich selbst als „Mastermind“ der Band bezeichnet. Die stetige Fluktuation in der Band ist leicht erklärt: „Mal muss jemand arbeiten, mal ist jemand schwanger, immer kommt was dazwischen.“ Neben den flotten Sprüchen und den grellen Outfits gehören zu den Markenzeichen der Band ein breites Berlinern, der inflationäre Gebrauch von Kraftausdrücken und der ständige Verweis auf die eigene Asozialität. Ganz so, wie es sich für „Crackhuren“ gehört. Dabei gehen die meisten der Mädchen doch recht bürgerlichen Tätigkeiten nach: Einige studieren, Netja arbeitet mit behinderten Kindern – so behauptet sie zumindest unter dem schallendem Gelächter der Übrigen.

    Gegründet wurde die Band im Jahr 2007 von Luise, Schrüppe Macintosh und Lynn Love. Am 25. Juni soll nach zwei Platten, die sie im Eigenverlag rausbrachten, das dritte Album erscheinen – diesmal bei einem Major-Label. Titel: „Jung, talentlos und gecastet“. Und gecastet wurden sie tatsächlich, „gegen ihren Willen“, wie sie versichern. Nach einer Show der Band Fickscheiße (heute: Beta) sprach sie Techno-Urgestein und Publizist Jürgen Laarmann an und versprach ihnen „schnellen Ruhm“. Musikalisch bieten die Crackhuren harte, tanzbare Elektrobeats á la Mediengruppe Telekommander, mit Gesangspassagen, die in ihrer Rotzigkeit an die frühen Mia.-Alben erinnern. Einfache punkige Harmonien laden zum Mitgröhlen ein. Neben den Huren selbst zeichnen Produzenten wie der Berliner Musikmanager Beat Gottwald (K.I.Z.), Lorenz Rueegsegger vom Label Mädchenmusik und Archi Alert, der frühere Sänger der Funpunkband Terrorgruppe, für die Tracks verantwortlich.

    Das anarchische Bandethos der Crackhuren beschreibt Kristeenager so: „Man macht irgendwas und schaut, was dabei rauskommt, es gibt kein konkretes Ziel, letztendlich ist es dann halt da.“ Parallelen zur Riot-Grrrl-Bewegung der neunziger Jahre sind nicht zufällig. Damals rockten Frauenbands wie Bikini Kill und Sleater-Kinney mit Punkattitüde und feministischen Parolen gegen die männliche Dominanz in der Musikwelt an. Trotz der obligaten Anti-Haltung gegen so ziemlich alles machen die Crackhuren jedoch wenig Aufhebens um Politik. Ihre Rebellion ist spielerisch und Teil einer durch und durch ironisierten Trash-Maskerade. Das System greifen sie nur dort an, wo es keinen Spaß macht. Auch um Emanzipation scheren sie sich wenig, denn wozu um etwas kämpfen, was man längst und wie selbstverständlich lebt?

    Ihre Texte bezeichnen sie als „pubertierende Tagebuchpoesie“: „Wir schreiben über Mädchenthemen und verarschen sie“, sagt Luise Fuckface. So nehmen sie zum Beispiel Castingshows und ihre Schönheitsideale ins Fadenkreuz. „Wir hassen Sport“ heißt der selbstbewusste Konter der Band gegen den TV-Fitnesswahn. Genervt zeigen sie sich auf die Reaktionen zu ihrem Lied „Ich und mein Pony“. Aufgrund der Textpassage „Ich und mein Pony, sein Name ist Jonny, wir reiten Richtung Sonnenuntergang“ mutmaßten Journalisten, es könne es sich bei Jonny um eine tatsächlich existierende Person handeln. „Alles Blödsinn“, sagt Luise Fuckface empört. „Das Lied hab ich geschrieben, weil ich einmal in einem Video mit einem Pony reiten wollte.“

    Eines ihrer Lieblingsfeindbilder ist der „Brandenburger Proll“, ein solariumgebräunter Dorfdödel, der den ganzen Tag an Tankstellen rumhängt und mit seinem tiefergelegten Auto betrunken zum Bowlen fährt. Ein Klischee, das ihrer Meinung nach allzu oft wahr ist. Zwar wohnen sie alle jetzt in Berliner WGs, einige von ihnen haben aber früher auf dem Land gelebt. Die Befürchtung, dass eben diese Klientel ihre Musik mögen könnte, ist schon eingetroffen, sagen sie. Ist ihnen aber egal: „Wir können ja niemandem verbieten, unsere Musik gut zu finden“. Gute Voraussetzung, um reich und berühmt zu werden.

    Konzert: Sa. 1.5., 22 Uhr

    im Magnet Club, Falckensteinstraße 48

  • Der Anfang vom Lied

    Wunder mit Methode: Warum Schweden unentwegt erfolgreiche Popmusiker hervorbringt. „Der schwedische Staat macht es einem unheimlich leicht, Künstler zu sein,“ sagt Nina Persson, Sängerin der Cardigans. Artikel im Tagesspiegel vom 8. April 2010 von Lars Dittmer

    Ein Klangteppich aus Gitarrengeschrammel und Keyboardsounds durchzieht die Konzerthalle des Berliner Astra-Clubs. Auch das letzte Paar Chucks hüpft jetzt auf und ab. Auslöser der Begeisterung ist die fünfköpfige Indiekapelle Shout Out Louds, die ganz unglamourös in T-Shirts und Jeans auftritt. Denn den Stockholmern geht es nur um die Musik. Und die ist, wie schon der Titel ihres neuen Album „Work“ (Universal) andeutet, solide Handwerksarbeit – nicht spektakulär, aber einfach gut: verspielte, präzise Gitarrenriffs, die an The Cure erinnern, eingängige Melodien, Mitstampfrhythmen,dazu die verhallte und leicht melancholische Stimme von Sänger Adam Olenius.

    Vor der Show im Biergarten des Clubs zeigen sich Olenius und Bassist Ted Malmros optimistisch. Die Konzerte in Hamburg und Berlin seien schnell ausverkauft gewesen, berichten sie. „Sogar in Rostock war die Halle gut gefüllt – die Stadt kannten wir vorher nicht mal“, sagt Malmros. Nicht nur die Shout Out Louds sind derzeit auf der Überholspur. Gerade hat das aufstrebende Folkduo First Aid Kit sein Berliner Publikum verzückt. Auch sie kommen aus Schweden und stehen für die unglaubliche Poptradition des skandinavischen Landes, die in schöner Regelmäßigkeit internationale Hits hervorbringt.

    Vor allem im Indierock und im Electropop ist Schweden heute gut aufgestellt, mit etablierten Bands wie den Cardigans, Mando Diao, Peter Björn and John und The Knife, aber auch einer steten Zufuhr an jungen Musikern wie etwa Lykke Li. Grund dafür ist eine Mischung aus protestantischer Arbeitsmoral, Gemeinschaftsgefühl, einer fast kostenfreien Musikerziehung und gutem Englisch. Und nicht zuletzt: die Gabe, Trends schnell zu erkennen und zu besetzen.

    Erfolgreiche Bands aus Schweden sind nichts Neues: Bis heute verkauften Abba 370 Millionen Alben und reihen sich damit gleich hinter den Beatles ein. In den Neunzigern brachte Schweden Musiker wie Ace of Base, Roxette und Robyn hervor. Letztere startete ihre Karriere vor drei Jahren mit einem tollen Album neu, was ihr einen Platz im Vorprogramm der letzten Madonna-Tour einbrachte. Manchmal sind auch Schweden drin, wo USA draufstehen: Songwriter und Produzenten wie Anders Bagge und Rami Yacoub arbeiten für Pink und Britney Spears.

    Nina Persson auf dem Stockholm Pride Festival 2009. (Bild: Nyman/Wikipedia)
    Nina Persson auf dem Stockholm Pride Festival 2009. (Bild: Nyman/Wikipedia)

    „Als die Cardigans in den frühen Neunzigern anfingen, war die schwedische Musikindustrie bereits international vernetzt“, erzählt Nina Persson, Sängerin der Cardigans, am Telefon. Sie lebt heute in New York, ist mit dem US-Musiker Nathan Larson verheiratet, und parliert, wie so viele ihrer Landsleute, fließend in Englisch. Mehr als 80 Prozent der Schweden beherrschen die Sprache, Kinder lernen sie von früh auf, und englischsprachige Filme werden im TV nicht synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt.

    „Der schwedische Staat macht es einem unheimlich leicht, Künstler zu sein,“ sagt Persson. In den Nachkriegsjahren wurde ein Netz von kommunalen Musik- und Kunstschulen eingerichtet, um Kindern und Jugendlichen eine kostenfreie Musikerziehung zu ermöglichen. Von den 290 Kommunen des Landes besitzen 278 eine solche Einrichtung. „Die Beteiligung aller Klassen am kulturellen Leben war parteiübergreifender Konsens und Teil des Sozialstaatsgedankens“, sagt Bo Tobiasson, Professor an der königlichen Musikhochschule in Stockholm. Insbesondere in den Siebzigern und Achtzigern entstand in der Provinz eine Garagenbandkultur, die auch kommerziell erfolgreiche Bands hervorbrachte – fast alle Mitglieder der Cardigans lernten in diesen Schulen klampfen und trommeln.

    Hinzu kommt die grundsätzliche Offenheit der Schweden für Moden. „Wenn es irgendwo auf der Welt einen Trend gibt, kann man sicher sein, dass eine schwedische Band ihn aufnimmt“, sagt Persson. Und Musik- und Modetrends verbreiten sich meist schnell unter den 9,1 Millionen Einwohnern. Die Schweden verstehen sich als eine Art große Familie, mit flachen Hierarchien, aber auch einer gewissen sozialen Kontrolle. „Wir sind nicht besonders individualistisch. Auffallen möchte hier keiner“, bekennt Ted Malmros von den Shout Out Louds.

    Erfolg dient in der Selbstwahrnehmung der Schweden nicht primär dem Ziel, reich zu werden, sondern der Gemeinschaft. „Gute Musik hilft dem ganzen Land. Wir sehen uns auch als kulturelle Botschafter“, sagt Shout-OutLouds-Sänger Olenius. Für so viel Patriotismus revanchiert sich der Staat. Denn trotz Sparzwang greift er seinen Musikern nach wie vor mit Stipendien unter die Arme: Rund 11,5 Millionen schwedische Kronen, etwa 1,2 Millionen Euro, verteilt er jährlich unter mehr als 140 Bands, über 20 Millionen Euro gibt es für regionale Musikorganisationen. Zum Vergleich: Mit etwa zwei Millionen Euro fördert Deutschland über die „Initiative Musik“ Künstler und Musikunternehmen.

    Im Jahr 1993 wurde der Branchenverband Export Music Sweden (ExMS) gegründet, der die schwedische Musik in alle Welt tragen soll. Jedoch: Reich sind auch in Schweden die wenigsten Musiker. Etwa zwei Milliarden Kronen, 205 Millionen Euro, nahm das Land im Jahr 2006 durch Musikexporte und Lizenzgebühren ein – ein kleiner Teil des Wirtschaftkuchens. Dennoch zählt ExMS-Chef Anders Hjelmtorp Schweden zu den größten Musikexporteuren der Welt: „Wir dürften auf Nummer 5 oder 6 liegen und verkaufen von Jahr zu Jahr mehr.“ Den nackten Zahlen nach haben Länder wie Deutschland und Kanada bislang die Nase vorn. Dieser Vorsprung könnte jedoch enger werden – dank der Schwedenrezeptur und dem Ethos, dem auch die Shout Out Louds ihr neues Album widmen: Work.

  • Studio 54: Admission policies as a form of individualism in New York seventies’ most famous disco and its display in film and literature

    term paper abstract, Winter Semester 2005/2006, Potsdam University by Lars Dittmer

    „…and for three years it was the most talked-about, written-about and shocked-about venue in the universe. Everyone wanted to go to Studio 54 (Jones/ Kantonen 1999: 246)”. “A lot of people thought that at the door was a better show than inside…people would try anything to get in (“Shane” in Studio 54)”. When Steve Rubell and Ian Schrager in the late April 1976 started their nightclub Studio 54, a legend came to life. On the floors of this unique party shangri-la, celebrities like Andy Warhol, Liza Minelli, Bianca and Mick Jagger, Brooke Shields and Truman Capote mingled with business people, politicians, soap opera starlets, drag queens and chosen few from the “grey people”, as nightlife guru Rubell called the normal people.

    Never before, a discothèque had caused such a public stir. Paparazzi jostled beyond the velvet ropes to illustrate their gossip columns with pictures of the socialites – it was the “first time ever that celebrity photos would appear on the front page of the tabloids for no other reasons than they were there (Jones/ Kantonen 1999: 249)”. But by far not everybody came to know the true promise of the club – door policy at Studio 54 was probably one of the toughest in the history of nightlife. Rubell himself was eager to make sure that of the many different groups that made up the audience of 54, none should dominate the other, a type of “social engineering he called “tossing the salad”” (Shapiro 2005: 201). He himself supported his doorman Marc Benecke selecting the people who could pass the velvet ropes, whilst scores of people shouted Rubell’s name begging him to be admitted into the club. On one hand, there were certain criteria, but on the other hand, there was enough leeway for arbitrariness, indeed, it was a highly undemocratic procedure that precisely reflected its place, its period and social circumstances.

    Disco in the ‚uncanny 1970s‘ not only served to escape reality but also epitomised an increasing drive towards individualism that replaced the ideas of participation and community of the sixties. The doors at 54 were instruments to form a new world with new social ladders and in their radicalism marked a peak in this development.

    Table of Contents

    1. General Introduction 3

    1.1 Introduction and problem identification
    1.2 Approach of this term paper

    2. The Seventies – need to escape? 5

    2.1 The faceless decade
    2.2 The economic downturn – stagflation and unemployment
    2.3 Repercussions of Vietnam

    3. Disco – feared and sneered at 9

    3.1 Countercultural phenomenon or foofaraw?
    3.2 Home of the Disenfranchised

    4. Studio 54 – Queen of Manhattan 12

    4.1 Steve Rubell, Ian Schrager and their dream
    4.2 Drug supply at 54

    5. Escaping the “grey people”: door policy at Studio 54 14

    5.1 The “right mix”
    5.2 Tossing the salad
    5.3 The inner-sanctum

    6. Conclusion 18

    7. Bibliography 20

    1. General Introduction

    1.1 Introduction and problem identification

    „…and for three years it was the most talked-about, written-about and shocked-about venue in the universe. Everyone wanted to go to Studio 54 (Jones/ Kantonen 1999: 246)”.

    “A lot of people thought that at the door was a better show than inside…people would try anything to get in (“Shane” in Studio 54)”.

    When Steve Rubell and Ian Schrager in the late April 1976 started their nightclub Studio 54, a legend came to life. On the floors of this unique party shangri-la, celebrities like Andy Warhol, Liza Minelli, Bianca and Mick Jagger, Brooke Shields and Truman Capote mingled with business people, politicians, soap opera starlets, drag queens and chosen few from the “grey people”, as nightlife guru Rubell called the normal people. Never before, a discothèque caused such a public stir. Paparazzi jostled beyond the velvet ropes to illustrate their gossip columns with pictures of the socialites – it was the “first time ever that celebrity photos would appear on the front page of the tabloids for no other reasons than they were there (Jones/ Kantonen 1999: 249)”.

    The place for this unprecedented spectacle was 254 West 54th street in Manhattan, New York. As to grandeur and pomp, Studio 54 easily dwarfed all other night clubs, the interior was lavish in every respect, the decor sometimes changed from weak to weak. Besides alcohol, drug abuse was rampant – be it cocaine or MDA, Rubell and his team left nothing to be desired for Studio 54’s fastidious clientele. Disc Jockey Richard Kaczor, “who by 1979 was earning $50,000 a year and thus was the world’s highest-paid DJ (Shapiro 2005: 204), was a luminary in his field. But the frenzy was not about technical details or size of the club, not even about the latest in music – it was about seeing and being seen on the highest level conceivable.

    By far not everybody came to know the true promise of the club – door policy at Studio 54 was probably one of the toughest in the history of nightlife. Rubell himself was eager to make sure that of the many different groups that made up the audience of 54, none should dominate the other, a type of “social engineering he called “tossing the salad”” (Shapiro 2005: 201). He himself supported his doorman Marc Benecke selecting the people who could pass the velvet ropes, whilst scores of people shouted Rubell’s name begging him to be admitted into the club. On one hand, there were certain criteria, but on the other hand, there was enough leeway for arbitrariness, indeed, it was a highly undemocratic procedure that precisely reflected its place, its period and social circumstances.

    Scholars often describe the Seventies in the United States as a dreary, unsteady and uncanny period – a decade that has started with the trials and tribulations of Vietnam War, continued with the Watergate scandal and experienced the first post World War II economic downturn with skyrocketing unemployment rates, stagflation and a melting welfare state. Repercussions of these events were especially felt in New York City of these days, which Peter Shapiro reports, was felt by many to be a “cesspool of moral and spiritual degradation, a playground for drug dealers, pimps and corrupt cops (2005: x)”. Disco in this time not only served to escape reality but also epitomised an increasing drive towards individualism that replaced the ideas of participation and community of the sixties. The doors at 54 were instruments to form a new world with new social ladders and in their radicalism marked a peak in this development.

    1.2 Approach of this term paper

    This term paper wants to examine the new hierarchies that were established at Studio 54, especially at its front doors in the late Seventies and examines the cultural and historical context that determines this phenomenon. The paper evolves around two poles: Disco, which is treated herein as a trend towards escapism, hedonism and individualism with Studio 54 as its most extreme excrescence, and the United States, which in the Seventies delivered a setting with most attributes of a deteriorating industrialised country and New York as a city in which these attributes culminated. Disco herein is a term that labels a style of dance music as well as the movement with all its fashions and conventions. The distinction made between the two concepts will be clear from the respective context it is used in.

    In order to manifest the above-mentioned society internal drive towards individualism the second point of this paper deals with the Seventies as the decade that enabled the success-story of disco. The pictures this paper delivers about the decade are not pleasant but it has to be considered that history is a concept that in its broadness is impossible to capture. Personal remembrances of the decade might vary from person to person. This paper therefore delivers texts of scholarly assessments and commonly-acknowledged views of the Seventies as a decade, trying to explain what triggered the public desire to escape reality and the sense of hedonism and decadence that characterised disco.

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  • „Mein erster Filmkuss war aufregend“

    Jeanette Biedermann verabschiedete sich gestern aus ihrer GZSZ-Rolle und hat neue Karriere-Ziele vor Augen (22.01.04) Von Michael Kaczmarek und Lars Dittmer. Alle sind sie gekommen, um Jeanette Biedermann gestern aus ihrer Rolle als Marie Balzer bei GZSZ zu verabschieden: 7 Schauspielerkollegen, 21 Journalisten und 8 Fans. Artikel aus den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 22. Januar 2004

    „Ich werde nicht mehr ,Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ kucken. Und überhaupt glaube ich, dass die Einschaltquoten jetzt sinken werden“, ist der 16-jährige Jeanette-Fan Lars überzeugt. Auch die 20-jährige Kerstin ist unglücklich, dass Jeanette aufhört. „Aber es gibt ja Gott sei dank noch ihre Konzerte. Da gehe ich auf jeden Fall hin“, erzählt Kerstin. Während die Fans von dem Pressetermin erfahren hatten und auf dem Gelände der Babelsberger Filmstudios auf Jeanette warteten, kam die 22-Jährige aus ihrem letzten Serien-Dreh und lies sich zusammen mit ihren Kollegen ablichten: Einzelfotos, Gruppenfotos, mit Blumenstrauß und ohne.

    Jeanette Biedermann in Potsdam

    Das Shooting mit Jeanette, die zum letzten Mal in Folge 2931 am 11. März zu sehen sein wird, geht weiter und Kollege Frank-Thomas Mende alias Clemens Richter erzählt vom GZSZ-Alltag: „Die Kollegen kommen und gehen“, erzählt das GZSZ-Urgestein. Er selbst bezeichnet sich als die Quelle der erfolgreichen RTL-Vorabendserie. „Vor zwölf Jahren habe ich den ersten Satz gesprochen und ich weiß, dass keiner von uns unersetzbar ist.“ Für ihn ist klar, dass es auch ohne Jeanette weiter gehen wird. Aufgefallen sei ihm kürzlich, dass er kurioser Weise zwei Hauptdrehs mit Jeanette hatte: kurz vor ihrem ersten neunmonatigen Ausstieg vor einem Jahr und eben diesmal. „Es hat einen riesigen Spaß gemacht mit ihr zu drehen. Und ihre Professionalität hat mich beeindruckt“. Egal wie viele andere Termine sie auch gehabt habe, sie sei immer pünktlich am Dreh-Set erschienen.

    An ein zweites Come-back glauben derweil nur die Fans – für Jeanette steht das nicht auf dem Plan und auch Mende kann sich das nur schwer vorstellen. „Ich kenne ihre Pläne und wenn sie nur die Hälfte von dem erreicht, dann hat sie für die nächsten Jahre ausgesorgt.“ Und tatsächlich erzählt Jeanette nachdem die letzten Kameras ausgehen und die Fotografen weitergezogen sind, dass sie sich mit ihrem Ausstieg vor allem auf ihre neue Karriere einstellt. „Ich habe so viele Film- und Kinorollen angeboten bekommen, konnte sie bisher aber wegen meiner GZSZ-Rolle nicht annehmen.“ Das werde sich nun ändern. Bereits im Juni steht sie wieder vor der Kamera – diesmal nicht als Serien-Star, sondern als Filmsternchen. Welche Rolle sie spielen wird und für welchen Sender sie sich verpflichtet hat, bleibt aber vorerst top secret. Neben der Schauspielerei will Jeanette auch ihre musikalische Karriere vorantreiben und geht dafür ab Ende Februar auf ihre „Break on through“-Tour. Am 6. April kommt sie dabei auch nach Berlin in die Arena Treptow.

    Angemeldet haben sich neben den Fans auch die GZSZ-Kollegen. „Ich hoffe auf eine Einladung zum Konzert und werde garantiert mit den anderen auch hingehen“, erzählt Mende. Potsdam steht zwar nicht auf dem Tour-Programm von Jeanette, dennoch will sie der Stadt, die ihr ans Herz gewachsen ist, treu bleiben. „Es ist wunderschön hier. Das Holländische Viertel ist ein Traum, auch zum Einkaufen.“ Die ganze Gegend sei einfach klasse und zum Essen gehen sei Potsdam auch eine besonders empfehlenswerte Adresse. „Ich hoffe, dass ich auch zukünftig die Zeit finde, mich ins Auto zu setzen und einfach nach Potsdam zu kommen“, sagt Jeannette. Dass sie nicht nur Potsdam, sondern auch ihre Serien-Kollegen verabschiedet, trägt sie ebenfalls mit Fassung. „Ich verlasse sie ja nicht für immer. Von allen, die mir wichtig sind, habe ich die Telefonnummer.“ Niemand hindere sie ja daran anzurufen und sich zum Essen zu verabreden. Einziges Hindernis könnte die Zeitknappheit sein, denn Jeanette will sich nicht nur als Schauspielerin und Sängerin profilieren. „Ich denke auch über eine eigene Mode-Linie nach.“ Doch Genaueres wird auch hier noch nicht verraten. „Das dauert noch.“

    Bis dahin tröstet sie ihre Fans mit Merchandising-Artikeln, die sie mit einer Bekannten zusammen kreiert hat. „Das sind zum Beispiel Schmuck, Jacken oder Taschen.“ Vor ihrer Premiere als Modeschöpferin ist sie aber doch etwas nervös. „Erst mal schauen, ob das meine Fans mögen werden.“ Was in den Jahren seit ihres GZSZ-Debüt im April 1999 hinter der Bühne alles passiert ist, bleibt das Geheimnis von Jeanette. An die wohl aufregendste Situation kann sie sich aber noch heute lebhaft erinnern: „Da stand der erste Filmkuss auf dem Programm und mir war das so peinlich, dass ich fünf Tic-Tac-Packungen vorher leer gemacht habe.“ Anstatt aber nur einen frischen Atem zu verbreiten, stellte sich ein leichtes Völlegefühl ein. „Ich musste rülpsen und die anderen haben Tränen gelacht.“