Kategorie: Artefakte

  • There’s no such thing as free icecream

    In a youtube video clip in animation style, Insidegoogle.com presents us with the evil side of google

    „Hey Kids, get your free ice cream!“ the animated Google CEO Eric Schmidt shouts, luring the kids of an American suburb. They follow his colourful little bus, while Schmidt explains in an aside: „Of course there is no such thing as free ice cream“, ordering a colleague in the back of the vehicle to bodyscan the poor kids. Of course he already knows their favourite flavours. He then shocks them, revealing all kinds of private information about their parents. The clip capitalises on his notorious statement about online privacy from a CNBC interview: “If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place.” Which of course means that one just needs to behave well, then there is no problem – so is that what Google tries to tell us with their slogan „Don’t be evil – (we will know it anyway)?

    Does some streetviewing – Google CEO Eric Schmidt

    Eric Schmidt probably would not like his animation alter ego, its a spooky caricature. The clips has been launched by Consumer Watchdog group, demanding the government to create a so-called “Do Not Track Me” list to prevent online companies from gathering private online details. At present, the clip is shown 36 times per day on a jumbotron in Times Square. And though many comments on Youtube ridiculed the video or blamed the insidegooglers to be paranoid, it can’t be denied that there is a growing awareness in the US about online privacy.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=Ouof1OzhL8k

  • Allerorts Zustimmung: Ein Land sarraziniert

    Sarrazinieren…klingt fast wie halluzinieren. Ist auch so ähnlich. Wir befinden uns im Jahr 2010 im aufgeklärten Deutschland und diskutieren die Thesen eines Mannes, der im Prinzip bereits zugegeben hat, dass er für manche darunter so ein paar Anleihen aus dem Reich von Tausend und einer Nacht getätigt hat. 70 Prozent aller Türken und 90 Prozent aller Araber lehnen diesen Staat ab und sind in großen Teilen weder integrationswillig noch integrationsfähig, sagt Thilo S. Woher er diese Zahl denn habe, fragte ein SZ-Reporter.

    Wenn man keine Zahl hat, erklärte Sarrazin dem Reporter (…) muss »man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch«.

    Also, wer als erstes in die Kreuzung einfährt hat Vorfahrt? Gesetz des Dschungels, mag man einwenden. Trotzdem finden offenbar alle viele seine Fiktionen toll – denn in Online-Foren und -Umfragen regiert derzeit ein Volkszorn, bei dem man nicht weiß, soll man gleich die Koffer packen oder warten, bis die ersten Mobs mit Mistgabeln und Fackeln durch die Stadt laufen.

    Ja und ich gebe zu, ich habe das Buch „Deutschland schafft sich ab“ nicht gelesen, denn ich empfinde das was ich bisher darüber erfahren habe – halbwahre Fakten und Interpretation, die Bauchgefühl und Altherrenangst entspringen, gemischt mit einer dezent ekelerregenden Note Hobbygenetik – nicht als produktiven Impulsgeber für die Zuwanderungsdebatte. Und ich habe noch nie erlebt, dass die Beschimpfung bestimmter Menschen für die Behebung der Probleme sorgt, die mutmaßlich mit ihnen vorhanden sind. Ach ja, und NEU und revolutionär sind sie auch nicht.

    Im Gegenteil kommen sie alle paar Jahre wieder: Broders „Hurra, wir kapitulieren!“  schlug genau in die gleiche selbstmitleidige Kerbe: „Wir“ sind solche armen gutmenschlichen Opfer und meinen es immer nur gut und werden dafür hinterrücks islamisiert. Die These soll ja auch bei Thilo wieder bemüht werden: In drei Generationen sprechen wir alle arabisch/türkisch und der Muezzin singt „Morning has broken“ während wir zu unchristlicher, pardon, unislamischer Zeit unsere Frauen verprügeln. Hat sich der Mann mit irgend einer Ernst zu nehmenden Migrationstheorie auseinander gesetzt? In drei Generationen spricht hier niemand mehr arabisch, die wenigsten können noch türkisch. Die Sprachen haben aus soziolinguistischer Sicht ein miserables Prestige, sie werden so gut wie nirgends unterrichtet und bald kaum noch weiter gegeben – was eigentlich jammerschade ist. Es ist wahrscheinlich, dass sie hierzulande verloren gehen – zumal es in die Türkei derzeit mehr Abwanderung gibt als Zuwanderung von dorther. Istanbul boomt und wird mehr und mehr zur Trendstadt, die Wirtschaft der Türkei blüht auf.

    Oder die These, dass Intelligenz zu „50-80“ Prozent vererbt wird…sehr wissenschaftlich, klingt wie Gallileo. Ich weiß zumindest, dass es unterschiedliche Intelligenz-Theorien gibt, die sehr unterschiedliche Intelligenzen vorsehen – und kenn mich mit Psychologie und Kognitionswissenschaften kaum aus. Die IQ-Schablone ist, so weit ich weiß, ziemlich out, vielmehr streitet man sich darüber, ob so ein komplexes Phänomen wie Intelligenz überhaupt messbar ist. „Wir“ werden immer dümmer, die „undeutsche“ Unterschicht übernimmt? Das klingt mir verdächtig nach der Volkstod-Theorie, und dafür gebe man mir gerne einen Godwin-Punkt.

    Aber es stimmt, ich sollte mich zurückhalten. Easy. Denn: ich habe die Schwarte noch nicht gelesen. Haben dies aber die 90 Prozent der BILD-Leser, die meinen er sei der Einzige „der dem Volk aufs Maul schaut und ihn sich als Bundeskanzler wünschen?“

    Nein: Es ist nicht nur die BILD. Auch bei Plasbergs „Hart aber Fair“ waren die Zuseher aufgerufen, über Sarrazins Thesen zu richten. Satte 81 Prozent sagen Hurra.

    Selbst in den Blogs von Zeit-Online (der Link ist mir verschütt gegangen) erhält er noch eine Zustimmung von 54 Prozent. Das einzige Problem, das S mit seinen Thesen auch mir verdeutlicht hat, ist die Salonfähigkeit offen rassistischer Thesen in dieser Gesellschaft. No me gusta.

  • Spencer & Hill – Zwei Höllenhunde auf dem Weg zum Olymp

    Die Generation der 1970er und 1980er erinnert sich mit einem wohligen Schauer: Ein Bud-Spencer- und Terrence-Hill-Film im Programm versprach unterhaltsames wie leicht unterbelichtetes Prügelvergnügen. Ein cooler Spruch ist das Zeichen – dann springt die Dudelmusik des Kultduos „Oliver Onions“ an, der dunkelbärtige Bär Spencer rammt den immer gleichen Gegnern seine überdimensionierten Fäuste in die Mägen während Hill alias Mario Girotti geräuschintensiv mit einer Bratpfanne assistiert. Es dauert nicht lange und beim Zuschauer stellt sich ein regressiver Zustand  ein, gepaart mit leicht nostalgischen Gefühlen.

    Tatsächlich sind nicht nur die heutigen Twens bis Mittdreißiger mit dem knochenbrecherischem Duo groß geworden – auch die Generation davor kannte sie bereits. Schließlich ist Spencer, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli heißt und in Neapel geboren wurde, vergangenes Jahr 80 geworden, der Venezianer Terence Hill wurde kürzlich 70. Das erste Mal gemeinsam vor der Kamera standen sie für den Sandalenfilm „Hannibal“ von Carlo Ludovico Bragaglia von 1959 – ohne sich zu kennen. Oliver Onions waren zu der Zeit allerdings noch weit weg, vielmehr begleiteten Bombastklänge von Carlo Rustichelli  die Schlachtszenen. Jene wurden übrigens damals von den kampferprobten Italienern nicht in gewohnter Manier dominiert, Terrence Hill spielte den Quintilius, der im Laufe des Filmes stirbt, Bud Spencer den Rutario, eine Nebenrolle.

    Noch unter Zwanzig – Girotti in „Hannibal“

    Obwohl das Niveau spätestens seit „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ von 1972 auf das notorische Niveau abgesunken war – wo es Gott sei Dank auch verharren sollte – kreuzten noch einige interessante Film-Persönlichkeiten speziell den Weg Terrence Hills. Anfang der Siebziger schlugen ihm Tonino Valerii und Sergio Leone, der legendäre Westernregisseur (u.a. die „Dollar-Trilogie“ und die „Amerika-Trilogie“)  ein gemeinsames Projekt vor. 1973 kam „Mein Name ist Nobody“ in die Kinos – Terrence Hill und Henry Fonda(!) in einer der Spagetti-Western-Persiflagen überhaupt. Und so ging es weiter: Schon kurz darauf drehte er mit Miou-Miou („Eine Komödie im Mai“) und Klaus Kinski. Die beiden konnten am Set Deutsch reden – Hills Mutter ist Dresdnerin, die ersten sechs Jahre seins Leben sprach er ausschliesslich seine Muttersprache. Der Film kam unter dem Namen „Nobody ist der Größte“ 1975 in die deutschen Kinos. Die allseits bekannten Klamaukszenen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits durchgesetzt – höchst amüsanter Streifen.

    Hätten Sie ihn erkannt? Bud Spencer in „Hannibal“

    Hatte nicht Kinski später einmal bekannt, sich für viele seiner frühen Schinken zu schämen? Nun, sich von „Nobody“ beim Kartenspiel vorführen zu lassen („Das waren vier Asse…verflucht selten…“) und sich später von ihm die Melone vom Kopf ballern zu lassen mag nicht ganz so monumental sein wie der Auftritt von Aguirre, dem Zorn Gottes. Könnte er dennoch seine Kollabo mit Hill gemeint haben? Man weiß es nicht – zumindest wäre es kein Zeichen von Größe. Hill drehte übrigens munter weiter mit den Filmkoryphäen seiner Zeit: In March or Die („Marschier oder Stirb“) spielte er Ende der 1970er mit Gene Hackman und Catherine Deneuve.

    Pech im Spiel – Klaus Kinski als Doc Foster versus Nobody

    Die Meriten von Bud Spencer sind etwas anderer Natur. In den 1950er Jahren war er Schwimmer – sieben Mal in Folge wurde er italienischer Meister in Brust- und 100-Meter-Freistil. Er war der erste Italiener, der in dieser Disziplin die Minute unterschritt. 1952 nahm Pedersoli sogar an den Olympischen Spielen in Helsinki teil. Ein Dokument dieser Aktivitäten findet sich sogar bei Youtube:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=Mpnj_SoDaaw

    Lange Zeit verbrachte Pedersoli auch in Argentinien, in der italienischen Diaspora. In den frühen 1960er Jahren, Pedersoli war nach Italien zurückgekehrt, machte sich seine kreative Ader bemerkbar. Denn alle, die immer glaubten, die einzige Musik die so einen Brutalo stimulieren kann, ist das peitschende Geräusch der von ihm ausgeteilten Gesichtswatschen, müssen umdenken: Denn Bud Spencer war Komponist – er schrieb neapolitanische Volkslieder und Schlager. Und als sei dies an künstlerischer Zerbrechlichkeit nicht genug – er gründete 1965 eine Produktionsfirma, die Tierdokus drehte. Tierdokus von Bud Spencer…? Wilde Szenen, in denen sich Pedersoli mit einem Silberrückengorilla im Schwitzkasten in einer Schlammpfütze windet, auf einem Nashorn durch die Savanne reitet und rückenschwimmend den Piranha-verseuchten Amazonas überquert, schiessen einem unwillkürlich durch den Kopf. Das macht die Sozialisation, denn so war es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Denn Pedersoli ist eigentlich ein Kreativer, der alles Rohe ablehnt – mit der Rolle von Bud Spencer hat er eigentlich nichts gemein. So sagte er der Neon im Interview:

    Heute mag ich Bud, auch wenn wir wirklich nichts gemeinsam haben. Er ist nicht besonders schlau – aber ich bin mächtig stolz darauf, dass Kinder ihn so lieben.

    Kurios auch seine düsentriebsche Ader: Zwar ist er qua Studium kein Ingenieur, sondern (promovierter) Jurist, hat aber dennoch einige Patente angemeldet. Darunter: Das dreiläufige Jagdgewehr und der Spazierstock mit integriertem Sitz. Die Patente verfielen leider – so mancher schlecht gelaunte Rentner hätte sich mit diesen Erfindungen gehörig Respekt in seinem Lieblingspark verschaffen können. Sein Erfindungsreichtum floss übrigens auch in seine Rolle als Bud Spencer ein. So spricht er im Neon-Interview über unterschiedliche Prügeltechniken aus seiner Feder. Darunter ein Klassiker: Am Schluss einer Rauferei stürzen sich seine Gegner auf ihn, 20, 25 Figuren und dann, mit einem großen Schlag:

    … Wooom! La Bomba! Ja, das ist die Bombe! Ich hau’ alle auf einmal weg! Das habe ich erfunden.

    Wo rohe Kräfte sinnlos walten. „La Bomba“.

    Den leicht untersetzten Gegnern pflegte er zumeist mit seiner Faust auf den Kopf zu schlagen, oder wahlweise, in einer Dreier-Combo, zunächst auf die linke, dann die rechte Schulter, bevor er mit ihnen mit einem horizontalen Gesichtsschlag die Lichter auspustet. Dazu Pedersoli:

    Die Kopfnuss! Auch meine Erfindung.

    Ob sie auch das Denkvermögen erhöht? Spencers Kopfnuß

    Politisch durchlebte er so manche Irrungen. 2005 kandidierte er für Forza Italia, die Partei Silvio Berlusconis – gruselig. Er scheiterte und gab die Politik auf, über die er  auch sagt:

    Politik ist etwas Scheußliches. Immerzu muss man Kompromisse schließen. Als junger Mann habe ich an den Kommunismus geglaubt – bis ich1952 mit meiner Schwimmmannschaft ins stalinistische Moskau geflogen bin. Ich dachte, mich würde das Paradies erwarten. Stattdessen fehlten gleich im Flugzeug die Fenster.

    Auch wenn natürlich keine großen Filmprojekte von Pedersoli und Girotti mehr zu erwarten sind – der letzte gemeinsame Film liegt immerhin 16 Jahre zurück („Die Troublemaker“) – die Klassiker der beiden haben an ihrer zeitlosen Schlagkraft nichts eingebüßt.  Kabel 1 bringt sie zur Zeit wieder jeden Samstag. Heute Abend: „Zwei Asse trumpfen auf“.

    Ein kleines Kuriosum noch zum Schluss:

    httpv://www.youtube.com/watch?v=r0lnXcIGbyM

  • Wikileaks – Some Truth in the Jungle?

    As long as they are showing how evil the dictators of this world are, they are welcome. But as of recently, the whistleblower-website Wikileaks has been in the crosshairs of the US government. They have posted online around 76,000 secret documents on the war in Afghanistan, revealing immense security problems of the ISAF forces as well as brutal facts from the battlefield – and they announced the posting of another 15,000 reports. The US and other countries involved in the conflict have protested against what they call a „threat to national security“.  Wikileaks has – now to a broader public – shown what a powerful instrument it can be. This, however, does not come without risks.

    Everybody is free to upload documents – Wikileaks.org

    The „Afghan War Diary“ comprises documents dating between January 2004 and December 2009.  Most of the papers are reports from military officers – nobody knows, who has „leaked“ them. The internet platform Wikileaks offers to publish all official documents anonymously. The essence of the war logs is: this is a failing conflict. They establish a picture of massive civilian losses in the course of military operations, so-called „blue-on-white“ events,  a secret „black“ unit of special forces that hunts down Taliban leaders for „kill or capture“ without trial, and they tell us from Pakistani and Iranian involvment in the conflict – for the Taliban, of course. Also bleak news for Germany: the security situation in the Afghan north around Kundus, where the German troops operate, has deterioriated.

    In around 144 accounts, assaults on civilians are reported – with an admitted death toll of 195 persons and almost the same numer of people injured. But, as the Guardian points out, this number might be underestimated, as many incidents do not show in official documents, and often the exact numer of casualties is not known. Besides high collateral damages in airstrikes, the newspaper reports:

    The bulk of the „blue-white“ file consists of a relentless catalogue of civilian shootings on nearly 100 occasions by jumpy troops at checkpoints, near bases or on convoys. Unco-operative drivers and motorcyclists are frequent targets.

    Most civilians, nevertheless, were killed by the Talibans, who have managed to step up their roadside bombing campaign, which has killed at least 2,000 persons to date. Also some evidence linking the Pakistani secret service ISI to Taliban operations has popped up, accusations that high-ranking officers have financed, trained and supported the Taliban insurgency – vague material, hard to interpret. The Guardian admits:

    If anything, the jumble of allegations highlights the perils of collecting accurate intelligence in a complex arena where all sides have an interest in distorting the truth.

    What role can the Wikileaks dossier play in this messy situation? The documents were classified „secret“ at the time, but are no longer militarily sensitive. The danger that Taliban commanders get information about current war strategies is excluded by Leaks-founder Julian Assange. The documents, as stated, were issued between 2004 and 2009, therefore cannot bear „timely“ details of military tactics by the Allied troops, as he states.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=-E5nrTRHSck

    The people behind Wikileaks have high-level goals. Indeed, one is not completely on the wrong track to say: They are on a mission. Their website states:

    Principled leaking has changed the course of history for the better; it can alter the course of history in the present; it can lead us to a better future.

    As an example for a possible positive result of „leaking“ they name Daniel Ellsberg, who disseminated the Pentagon Papers in the early 1970s, a 7,000 page study by the US-government about the countries involvment in Vietnam. One of the biggest „leaks“ in US history:

    Among other things, the Papers revealed that the United States government deliberately expanded its role in the war with airstrikes against Laos, raids of the coast of North Vietnam, and U.S. Marine Corps attacks before the American public was told of them, while President Lyndon B. Johnson was promising not to expand the war. The document widened the credibility gap between the U.S. government and the American people, hurting the Richard Nixon administration’s war effort.

    It turned out well in the early 1970s. However, for such complex situations such as in Afghanistan there can be no „one size fits all“- solution. And though the Wikileakers are absolutely right in their endeavour for more transparent governance and responsible information policy, providing the stone-age Islamists with valuable information around the allied forces certainly can neither be the wish of the Leakers nor the Wikileaks-staff – whether they were for or against this intervention. By the way: the current Obama government wasn’t – therefore, ousting it now would not make sense.

    US ISAF Troops in Kapisa – Some Truth in the Jungle?

    Indeed, there is room for abuse and misinterpretation: After all, with todays possibilities of retouching images and documents, reports might be found one day in the emailaccounts of the Wikileaks staff „evidencing“ all kinds of events – also data that might severely strenghten authoritarian and undemocratic regimes. The fact that also internal loyalties and internet accesses are not distributed equally among the countries might again result in biased pictures. Through the Afghan War Diaries we are delivered a relentlessly realistic bit of the „truth“ – but again only a bit. In other words:  We are more than lucky if a Taliban-whistleblower uploads internal war logs of the same value and the same size on the platform. Up to now it can be taken for granted the Islamists were delighted to read about the leaked documents.

    In addition: to interpret these documents, with the supposed outcome to correct undemocratic tendencies, it needs able and intelligent analysts and journalists. Not only in the office(s) of Wikileaks, as it can be supposed that most readers will read in newspapers about Wikileaks, not in Wikileaks itself. As indicated before – as to the outcome of the publication of secret documents, there is no automatism. If you ask me: Seeing and reading on Julian Assange, he gives an able, intelligent and honest impression. Nevertheless, besides him and his German colleague Daniel Schmitt, noone knows who is responsible for the interpretation of the material. And Assange assured that there are no details in the Afghan warlogs „endangering local informants or giving away genuine military secrets“. The newspapers Guardian, the NYTimes and the magazine Der Spiegel however deny this. We don’t know. Judged from my perspective, nevertheless, Wikileaks has the power to do a lot of good – let’s hope they do this with utmost care and responsibility.

  • Dieses Jahr im Sommerlochkino: Zuwanderung

    Wäre es nicht so ernst, man wäre versucht, zu lachen: Die Zuwanderung ist mal wieder der Sommerlochfüller. Wirtschaftsminister Brüderle möchte hochqualifizierte Zuwanderer mit einer „Lockprämie“ ins Land holen. Auf seine Seite schlägt sich der Verband Deutscher Ingenieure (VDI); Man habe ein Defizit von 36.000 Ingenieuren im Land, das Zuwanderungsgesetz müsse optimiert werden. Nun schreitet Bundeskanzlerin Merkel ein, meldet die dpa: Die Zuwanderungsgesetze müssen nicht grundsätzlich reformiert werden. Peng.

    Diesmal mit dabei: Brüderle, Merkel, der HDI, und noch viele mehr…gefunden bei Wikipedia

    Auffallend bei dieser Debatte ist – neben der totalen Ökonomisierung eines so vielschichtigen Phänomens wie Zuwanderung – die Lustlosigkeit, mit der sie inzwischen geführt wird. Vorhersehbar, lethargisch und emotionslos, als wünschten sich alle, sie wäre bereits vorüber. Denn letztendlich weiß man, sie wird im Keim erstickt. Von wem ist völlig offen, das Personal wandelt sich, aber die Argumente bleiben die gleichen. Blue-Cards, Punktesysteme, dies alles war und ist in einer Gesellschaft, die sich um das Bekenntnis drückt, eine Einwanderungsgesellschaft zu sein, a priori zum Scheitern verurteilt.

    Aber es gab schon mal Zeiten, da wurde gekämpft! Dieses Pathos, diese Empörung. Man habe 3 Millionen Arbeitslose, donnerte man, die müsse man erst einmal qualifizieren. Kinder statt Inder. Das war vor 10 Jahren schon das Totschlagargument der Politik (hier etwa Müntefering im Focus), und es wird es in 20 Jahren auch noch sein. Denn man wird auch in 20 Jahren feststellen, dass es noch Arbeitslosigkeit gibt, und wird dann auf die Forderung, die Zuwanderung für Hochqualifizierte zu erleichtern, losdonnern, man habe 3 Millionen Arbeitslose, man solle doch erstmal schauen, dass man die alle unterbringt. Wer die Debatte dann abwürgt, wird das Sommerlochkino der Zukunft zeigen.

    Drei Gedanken prägen die Einwanderungsdiskussion in Deutschland. Erstens: „Eigentlich kann jeder alles machen“, zweitens: „Ausländer könnten nie selber Jobs schaffen“ und drittens: „Unser Land ist so attraktiv, wenn wir Hochqualifizierte haben wollten, könnten wir“. Zu Nummer 1: Lassen sich die heutigen Arbeitslosen problemlos in den überschüssigen Jobs unterbringen? Vermutlich nicht, es gibt Indikatoren dafür, dass die Arbeitslosigkeit strukturell ist, für einen großen Teil der heutigen Arbeitslosen fehlen attraktive gering qualifizierte Tätigkeiten, die im Zuge der Umstellung von der Industrie- auf die Dienstleistungsgesellschaft weg gebrochen sind. Lässt sich hier durch die Weiterbildungen der Arbeitsagenturen viel machen? Eher nicht. Lassen sich Geisteswissenschaftler nach 16 Semestern Studium ohne Probleme zum Informatiker oder Ingenieur umschulen? Kaum vorstellbar.Will jeder überall dort hinziehen, wo gerade eine derartige Stelle frei wird? Nope. Sollte man ihn/sie zwingen? Ich finde nicht.

    Migration: Totale Ökonomisierung eines vielschichtigen Phänomens

    Der Gedanke „eigentlich kann jeder alles machen“ ist in der Debatte in Deutschland allerdings auch immer mit dem unappetitlichen Subtext: „Solange er/sie „Deutscher“ ist“ verbunden. Denn genau diese Denke ist implizit in der Forderung, man müsse erstmal alle hiesigen unterbringen: Jemand aus dem Ausland kommt und nimmt einen Arbeitsplatz weg.  Und dies bestenfalls. Eine Zuwanderung in die Sozialsysteme erscheint auch den politischen Entscheidern hierzulande wahrscheinlicher als der kuriose Gedanke, dass Ausländer hier auch neue Jobs schaffen könnten.

    Zur dritten Prämisse: „Unser Land ist so attraktiv, wenn wir Hochqualifizierte haben wollten, könnten wir“. Mit der derzeitigen Regelung versucht man zumindest mit einigem Erfolg, sich diese Klientel vom Leib zu halten. Mehr als 64.000 Euro Brutto – diesen strammen Verdienst benötigen Hochqualifizierte für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Man kann sich vorstellen, wie viele Menschen es schaffen, sich aus dem Ausland eine derartige Stelle zu angeln. Die Frage, ob „sie“ es überhaupt möchten, ob Migranten Deutschland als eine demokratische Gesellschaft wahrnehmen, die das Anderssein von Ausländern als Bereicherung wahr nimmt und zu schätzen weiß, kommt in der Debatte hierzulande eigentlich nicht vor. So sagte der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic, dem Focus: „Kluge Köpfe achten bei der Einwanderung nicht nur auf die Bezahlung, sondern auch auf die gesellschaftliche Atmosphäre.“ Oft sind es die ruhigen Töne, die das Hinhören am meisten lohnen.

    Denn: man braucht nicht glauben, dass Proteste gegen Moscheen, rechte Gewalt und Abschottungspolitik im Ausland nicht wahr genommen werden. Zumindest wirkt es. Als „Einwanderungsland“ kann sich Deutschland seit 2009 beim besten Willen nicht mehr bezeichnen. So vermeldet die Bundeszentrale für politische Bildung:

    Eine Besonderheit der Migrationsentwicklung findet in der Öffentlichkeit übrigens bislang kaum Niederschlag, nämlich die Auswanderung aus den EU-Ländern. In Deutschland haben 2009 mehr Menschen das Land verlassen als zugezogen sind. Während ca. 721.000 Personen nach Deutschland gekommen sind, haben rund 734.000 das Land verlassen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

  • Alles Neu! Willkommen zu meiner Page! Welcome!

    Liebe Besucher! Ursprünglich brauchte ich nur eine seriöse, schöne Email-Adresse für Bewerbungen. Mein Name war bei Gmail bereits vergeben. Also besorgte ich mir eine Domain, und legte mir eine schicke selfmade-mäßige Email-Adresse zu. Wenig lukrativ, zumal diese wohl so manchen Onliner verleiten musste, mal nachzugucken was da wohl online noch so lagert. Jep: Nichts.  Doch nicht länger: Denn Lars Dittmer geht online!

    Meine Site wird in zwei Teile aufgeteilt sein: Geschichten und Artefakte. Unter „Geschichten“ kann man sich bereits erschienene journalistische Artikel sowie englische Hausarbeiten von mir zu Gemüte führen, unter „Artefacts“ werd ich ab und an Blog-Artikel veröffentlichen. Diese Page ist noch in der Mache, wird aber nach und nach bestückt. Und da es gerade an die 45 Grad in meiner Wohnung haben muss, überlass ich Euch jetzt mal diesen ersten Eindrücken. Schreibt mir gerne, was Euch daran auffällt…nichts allzu kritisches bitte! 😉

    Dear Visitors! Originally I only needed a new email address – thats why I bought a domain. Now that I had a domain, I could not let it starve without any contents. Lots of work for an email address. But here we go! Lars Dittmer is online! Under „articles“, you can browse journalistic articles and English term papers I have written, under „artefacts“ I will sometimes come up with some some blog entries. Still under construction of course. Now enjoy this page!