Schlagwort: Racism

  • Deutschland und die Radikalen – eine kurze Geschichte des Parteiverbots

    Nach dem Vorstoß der Länder, die NPD verbieten zu lassen, guckt Deutschland in die Geschichtsbücher. Drei Mal hat die Politik bereits versucht, Parteien zu verbieten – zwei Mal mit Erfolg. Hochzeit waren die fünfziger Jahre, in denen massiv gegen die extremistischen Ränder vorgegangen wurde. Insbesondere eine Partei drohte wegen ihrer Radikalität und ihrer Erfolge an den Wahlurnen zu einer Gefahr für die junge Demokratie zu werden.

    Übermäßiges Vertrauen schienen die Gründungsväter der Bundesrepublik nicht in den demokratischen Willen der Deutschen zu haben. Sie hatten nicht vergessen, mit welcher Leichtigkeit und mit wie viel Einverständnis von allen Seiten die Weimarer Demokratie zugunsten der NS-Diktatur im Jahr 1933 abgeschafft worden war. Darum beschlossen sie nach dem zweiten Weltkrieg, die Demokratie wehrhaft zu machen gegen radikale Feinde.

    SRP 1952: Der ehemalige Schulungsleiter einer NS-Ordensburg, 1. Vors. der SRP Dr. Dorls, der ehemalige Generalmajor Otto Ernst Remer, 2. Vors. der SRP und der ehemalige SS- und HJ-Führer Graf v. Westarp. (Bundesarchiv, Bild 183-15845-0010 / CC-BY-SA/Wikipedia)

    Der parlamentarische Rat, der 1947 zusammentrat um das deutsche Grundgesetz zu beschließen, führte mittels zweier Gesetze die „wehrhafte Demokratie“ ein, die in besonderen Fällen auch ein Verbot von Parteien erlaubt: so regelt etwa Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes, dass Parteien, die die freiheitlich demokratische Grundordnung oder die Bundesrepublik selbst gefährden, verfassungswidrig seien.

    Eine Partei zu verbieten ist in einer Demokratie problematisch, dessen war sich der parlamentarische Rat bewusst. Nicht zuletzt waren einige der Gründungsväter nur wenige Jahre zuvor selbst in Parteien tätig, die verboten worden waren. Der SPD etwa war dies unter Bismarck und zuletzt im Jahr 1933 unter der Willkürherrschaft Hitlers widerfahren – die Parteimitglieder waren jedoch schon Jahre zuvor schikaniert und teils sogar ermordet worden. Daher war dem parlamentarischen Rat klar, dass auch Parteien künftig Anrecht haben müssten auf ein faires, rechtstaatliches Verfahren. Ein Verbot müsse daher vom obersten deutschen Gericht, dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, beschlossen werden.
    Neue Radikale formieren sich nach 1945
    Auch die Hürden für ein Verbot sollten nicht zu niedrig sein. Allein gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu sein reicht nicht aus. Der Antragsteller eines Verbots – in den meisten Fällen die Bundesregierung – muss der Partei nachweisen, das sie aggressiv-kämpferisch gegen die Ordnung vorgeht. Zu einem ersten Eingriff sah sich Karlsruhe bereits kurz nach der Gründung 1951 genötigt – denn schon wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte sich bereits wieder eine Partei formiert, die vom gleichen Geist beseelt war wie die NSDAP.

    Die Sozialistische Reichspartei (SRP) war ein Sammelbecken ehemaliger NSDAP-Mitglieder,  unzufriedener Ex-Militärs, Arbeitsloser und Heimatvertriebener. Geordnet nach dem Führerprinzip, unterschied sie sich auch programmatisch nur unwesentlich von ihrer Vorgängerin: deutscher Führungsanspruch, Blut und Boden, „der Jude“ als „Rassefeind“, die Einheit aller Deutschen im „Reich“. Der Holocaust erschien in dieser Logik als verzeihlicher Unfall, die Konzentrationslager waren laut SRP-Vorsitzendem Fritz Dorls gar eine „historische Notwendigkeit“. Mit gezielten Eklats versuchte die Partei, Gleichgesinnte anzuziehen.

    Wäre sie damit nicht auch erfolgreich gewesen, wäre kein Problem entstanden. Aber bei den Landtagswahlen in Niedersachsen im Mai 1951 konnte die Neonazi-Partei elf Prozent der Stimmen gewinnen, bei der Bremer Bürgerschaftswahl im Herbst darauf fast acht Prozent. In 35 niedersächsischen Gemeinden erzielte sie die absolute Mehrheit. Binnen kürzester Zeit hatte sie rund 10.000 Mitglieder – und das nur sechs Jahre nach dem Holocaust und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

    Der Antrag wurde von der Adenauer-Regierung eingereicht, der Prozess verlief unproblematisch: Im Oktober 1952 verbot Karlsruhe die Partei und begründete dies mit der „Wesensverwandtschaft mit der NSDAP“ und der „unverhohlenen Glorifizierung Hitlers“. Angst hatte man auf konservativer Seite vor der SRP allerdings auch, weil man ihre Konkurrenz im rechten Lager fürchtete. Klar war es der SRP verboten worden, Nachfolgeorganisationen zu gründen. Dennoch fand sich ein nicht unerheblicher Teil der Aktivisten in den sechziger Jahren in einer neuen Sammlungspartei wieder: der NPD.

    Kritik und Probleme – KPD und NPD im Visier
    Ebenfalls zu Beginn der fünfziger Jahre erklärte Adenauer die Kommunistische Partei Deutschlands für verfassungswidrig und reichte einen Verbotsantrag ein. Die Partei unterhielt damals Beziehungen zur SED und galt schon deshalb als verdächtig. Mit dem Verbot ließ sich das oberste Gericht fünf Jahre Zeit, beschloss es aber 1956. Kritiker monieren bis heute die teils wenig wasserfeste Argumentation des Gerichts und politische Einflussnahme auf die Juristen. Parteibüros wurden geschlossen, hunderte Verfahren und Verhaftungen waren die Folge. Und das gegen eine Partei, die zu NS-Zeiten im Widerstand war und sich nun gegen eine Remilitarisierung der jungen Bundesrepublik und für eine Wiedervereinigung beider deutscher Staaten aussprach –  freilich aber auch so manchen stalinistischen Hardliner in den eigenen Reihen hatte. Munitioniert hatte die Partei das Gericht selbst: In ihrem Programm rief sie zum „Sturz des Adenauer-Regimes“ auf und lieferte damit Anhaltspunkte für eine„aggressiv-kämpferische“ Haltung. Das Verbot sehen skeptische Beobachter als Teil des „Kalten Krieges“ – das politische Signal war: Die Feinde stehen links. Das Verbot wurde trotz vieler kritischer Stimmen bis heute nicht aufgehoben.

    Im Jahr 2001 wurde das Instrument des Parteiverbots wieder ausgepackt – eine Reihe von fremdenfeindlichen Anschlägen hatte die Politik alarmiert. Am 30. Januar reichte die rot-grüne Bundesregierung einen Verbotsantrag gegen die NPD ein, die als politisch-organisatorisches Zentrum der deutschen Neonazi-Szene und der von ihr ausgehenden Gewalt gesehen wurde. Das Verfahren scheiterte nur zwei Jahre darauf. Aufgrund der vielen Verbindungspersonen des Verfassungsschutzes in den oberen Reihen der Partei wurde eine „fehlende Staatsferne“ der NPD festgestellt – ob sie tatsächlich verfassungswidrig ist, wurde von Seiten der Juristen nie geklärt.

    Zehn Jahre darauf setzt die Politik nun erneut auf das Mittel des Verbots. Klar ist, dass die NPD trotz einer selbst immer wieder bekundeten Ablehnung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung mit weniger als 8.000 Mitgliedern kaum noch als Zentrum des deutschen Rechtsextremismus gelten kann, zumal sich längst neue Parteien im gleichen Spektrum gegründet haben und auch freie Formen der politischen Aktion zunehmend populär sind. Die Politik möchte angesichts der Morde der NSU-Terrorgruppe ein Zeichen setzen – ob ein Parteiverbot die Szene merklich schwächt, darf jedoch bezweifelt werden.

    Erschienen auf Yahoo Nachrichten am 6. Dezember 2012

  • Experteninterview: „Breivik eher nicht schuldfähig“

    Oslo am Tag des Anschlags (Bild: lizenzfrei/Wikipedia)
    Oslo am Tag des Anschlags (Bild: lizenzfrei/Wikipedia)

    Schuldig oder nicht? Für das Osloer Gericht, das diese Woche den Massenmord von Anders Behring Breivik verhandeln soll, stellt sich diese Frage nicht. Der Norweger hat alle Morde zugegeben. Angesichts der kalten Brutalität, mit der der Rechtsextremist  77 Menschen hinrichtete, steht vielmehr die Frage „schuldfähig oder nicht?“ im Vordergrund – zu wahnsinnig erscheint seine Tat. Bisherige Gutachten waren jedoch uneins:  im vergangenen Jahr attestierten ihm Psychiater Schizophrenie und damit Schuldunfähigkeit. Ein jüngst erschienenes Gutachten hingegen sieht Breivik als schuldfähig an. Gemeinsam mit dem Berliner Psychologie-Professor Peter Walschburger versucht Yahoo! Nachrichten, die Frage zu ergründen.

    Yahoo! Nachrichten: Herr Professor Walschburger, Anders Behring Breivik hat 77 Menschen umgebracht. Was könnte dieser Mensch anderes sein als wahnsinnig?

    Professor Peter Walschburger: Gute Frage. Das ist eines der größten Probleme bei der Frage nach Schuldfähigkeit oder nicht. Breivik ist aus allen menschlichen Vernunftsmaßstäben und Gesetzen der Menschlichkeit ausgebrochen. Es gibt genug Anhaltspunkte, ihn als verrückt zu bezeichnen. Vor Gericht reicht dies natürlich nicht aus.

    Breivik sah sich selbst als Tempelritter, wollte „Zuchtzentren“ für „reinrassige Norweger“.

    Ja, weitab aller menschlicher Vernunft. Er ist jetzt bestrebt, nicht als „Irrer“ abgestempelt zu werden, sondern er möchte beweisen, dass er Recht hatte. Sein Beharren auf seiner Position, seine Unvermögen, das menschliche Leid, das er verursacht, zu begreifen, spricht dafür, dass er sehr schwer gestört ist. Ein deutscher Psychiater, der zu Breivik befragt wurde, war eher der Überzeugung, dass er eine massive psychotische Störung hat, die planvolles Handeln erlaubt – und nicht schizophren ist. Er wäre dann besessen von einer sogenannten überwertigen Idee, die er bis zum Wahn und komplett abseits von menschlicher Moral verfolgt. Er ist aber durchaus fähig dazu, geplant zu handeln, also etwa hier, massenhaft Menschen umzubringen. Aufgrund seiner intelligenten Planungsleistung fiel es den Gutachtern jüngst schwer, ihn schlicht als verrückt oder schizophren zu bezeichnen.

    Lesen Sie auch: Breivik: „Ja, ich würde es wieder tun“

    Können Schizophrene diese Planungen denn nicht leisten?

    Nein, das ist äußerst selten. Schizophrene fühlen sich einer äußeren Macht verpflichtet, folgen einer höheren Eingebung, hören Stimmen und halluzinieren. Sie wehren sich gegen erdachte fremde Mächte oder Spione oder derartiges, Dinge die es für die Außenwelt nicht gibt, sie aber tatsächlich vor ihrem geistigen Auge sehen. Zu solch logistischen Anstrengungen wie Breivik sie geleistet hat, sind sie normalerweise nicht in der Lage.

    Das klingt, als gäbe es harte Kriterien für Schizophrenie. Im November 2011 urteilte ein Gutachten allerdings doch, Breivik sei schizophren und daher schuldunfähig. Wird denn eine paranoide Schizophrenie mal so ganz ohne Not attestiert?

    Nein, das natürlich nicht. Die Psychiater suchen nach Anzeichen für Krankheiten, die in einem allgemein akzeptierten Diagnosesystem klassifiziert sind. In der Psychopathologie gibt es sehr viele Möglichkeiten, wie eine Idee „überwertig“ werden kann, also zum alles dominierenden Lebensmotiv. Sogar die Liebe zu einer Person kann derart übersteigert gelebt werden – bis hin zum Stalking oder zum Mord. Da allerdings besteht oft nach der Tat Reue, die es bei Breivik nicht gibt. Das spricht eher für eine Schizophrenie. Dazu passt auch, dass er nicht von Fanatikern seiner Couleur umgeben war – er war Einzeltäter, hat isoliert von anderen Menschen planhaft und massenhaft gemordet.Ich möchte nur sagen: Die Psychiater haben es nicht leicht, die Anzeichen sind nicht eindeutig.

    Aber war das mit den Gutachten nicht dennoch ein wenig seltsam? Es gab ein erstes Gutachten, das Breivik Schuldunfähigkeit attestiert – und das dann umgehend von den Angehörigen der Opfer kritisiert wurde. Dann gab es eben ein Zweites, das etwas anderes festgestellt hat.

    Nun ja: Es ist mit Sicherheit theoretisch wünschenswert, dass Gutachter gesellschaftlich abgeschottet und ohne Einfluss der Öffentlichkeit urteilen. Aber in Realität funktioniert es nicht – die Gutachter spüren auch den Druck der Gesellschaft und der Angehörigen, die leiden und völlig am Boden zerstört sind. Und die wollen natürlich die Person auch schuldig sehen, die ja auch Ursache für ihr Leid ist. So etwas fließt natürlich auch mit ein.

    Interessant ist an dem Fall, dass Breivik sich selbst auch als schuldfähig ansieht. Der Täter und die Angehörigen der Opfer wollen diesbezüglich tatsächlich dasselbe.

    Ja, ein bemerkenswerter Sonderfall. Ändern wird es de facto nichts – ob Breivik in die geschlossene Psychiatrie kommt oder für 21 Jahre ins Gefängnis mit Sicherungsverwahrung danach, er wird aller Voraussicht nach nicht mehr in Freiheit leben können. Läuterung ist bei ihm nicht abzusehen.

    Sehen Sie Breivik als schuldfähig an?

    Eher nicht. Sein Beharren auf seiner Position und sein Mangel an Einsicht sprechen eher für seine Nichtschuldfähigkeit. Der Mann hat eine massive Störung, einen Fehler im Erkenntnisapparat. Es gibt ja Personen, die zu Emotionen nicht in der Lage sind – kaltblütige, emotionsarme Killer. Das ist Breivik aber nicht – er hat nach der Tat gegrinst. Er ist so abseits jeden menschlichen Einfühlungsvermögens, dass ich ihn nahe an der Schizophrenie sehe.

    Prof. Dr. Peter Walschburger lehrt am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Institut für Biopsychologie, der Freien Universität Berlin (Bild: Freie Universität Berlin)

     

     

     

    Erschienen auf Yahoo! Nachrichten

  • Allerorts Zustimmung: Ein Land sarraziniert

    Sarrazinieren…klingt fast wie halluzinieren. Ist auch so ähnlich. Wir befinden uns im Jahr 2010 im aufgeklärten Deutschland und diskutieren die Thesen eines Mannes, der im Prinzip bereits zugegeben hat, dass er für manche darunter so ein paar Anleihen aus dem Reich von Tausend und einer Nacht getätigt hat. 70 Prozent aller Türken und 90 Prozent aller Araber lehnen diesen Staat ab und sind in großen Teilen weder integrationswillig noch integrationsfähig, sagt Thilo S. Woher er diese Zahl denn habe, fragte ein SZ-Reporter.

    Wenn man keine Zahl hat, erklärte Sarrazin dem Reporter (…) muss »man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch«.

    Also, wer als erstes in die Kreuzung einfährt hat Vorfahrt? Gesetz des Dschungels, mag man einwenden. Trotzdem finden offenbar alle viele seine Fiktionen toll – denn in Online-Foren und -Umfragen regiert derzeit ein Volkszorn, bei dem man nicht weiß, soll man gleich die Koffer packen oder warten, bis die ersten Mobs mit Mistgabeln und Fackeln durch die Stadt laufen.

    Ja und ich gebe zu, ich habe das Buch „Deutschland schafft sich ab“ nicht gelesen, denn ich empfinde das was ich bisher darüber erfahren habe – halbwahre Fakten und Interpretation, die Bauchgefühl und Altherrenangst entspringen, gemischt mit einer dezent ekelerregenden Note Hobbygenetik – nicht als produktiven Impulsgeber für die Zuwanderungsdebatte. Und ich habe noch nie erlebt, dass die Beschimpfung bestimmter Menschen für die Behebung der Probleme sorgt, die mutmaßlich mit ihnen vorhanden sind. Ach ja, und NEU und revolutionär sind sie auch nicht.

    Im Gegenteil kommen sie alle paar Jahre wieder: Broders „Hurra, wir kapitulieren!“  schlug genau in die gleiche selbstmitleidige Kerbe: „Wir“ sind solche armen gutmenschlichen Opfer und meinen es immer nur gut und werden dafür hinterrücks islamisiert. Die These soll ja auch bei Thilo wieder bemüht werden: In drei Generationen sprechen wir alle arabisch/türkisch und der Muezzin singt „Morning has broken“ während wir zu unchristlicher, pardon, unislamischer Zeit unsere Frauen verprügeln. Hat sich der Mann mit irgend einer Ernst zu nehmenden Migrationstheorie auseinander gesetzt? In drei Generationen spricht hier niemand mehr arabisch, die wenigsten können noch türkisch. Die Sprachen haben aus soziolinguistischer Sicht ein miserables Prestige, sie werden so gut wie nirgends unterrichtet und bald kaum noch weiter gegeben – was eigentlich jammerschade ist. Es ist wahrscheinlich, dass sie hierzulande verloren gehen – zumal es in die Türkei derzeit mehr Abwanderung gibt als Zuwanderung von dorther. Istanbul boomt und wird mehr und mehr zur Trendstadt, die Wirtschaft der Türkei blüht auf.

    Oder die These, dass Intelligenz zu „50-80“ Prozent vererbt wird…sehr wissenschaftlich, klingt wie Gallileo. Ich weiß zumindest, dass es unterschiedliche Intelligenz-Theorien gibt, die sehr unterschiedliche Intelligenzen vorsehen – und kenn mich mit Psychologie und Kognitionswissenschaften kaum aus. Die IQ-Schablone ist, so weit ich weiß, ziemlich out, vielmehr streitet man sich darüber, ob so ein komplexes Phänomen wie Intelligenz überhaupt messbar ist. „Wir“ werden immer dümmer, die „undeutsche“ Unterschicht übernimmt? Das klingt mir verdächtig nach der Volkstod-Theorie, und dafür gebe man mir gerne einen Godwin-Punkt.

    Aber es stimmt, ich sollte mich zurückhalten. Easy. Denn: ich habe die Schwarte noch nicht gelesen. Haben dies aber die 90 Prozent der BILD-Leser, die meinen er sei der Einzige „der dem Volk aufs Maul schaut und ihn sich als Bundeskanzler wünschen?“

    Nein: Es ist nicht nur die BILD. Auch bei Plasbergs „Hart aber Fair“ waren die Zuseher aufgerufen, über Sarrazins Thesen zu richten. Satte 81 Prozent sagen Hurra.

    Selbst in den Blogs von Zeit-Online (der Link ist mir verschütt gegangen) erhält er noch eine Zustimmung von 54 Prozent. Das einzige Problem, das S mit seinen Thesen auch mir verdeutlicht hat, ist die Salonfähigkeit offen rassistischer Thesen in dieser Gesellschaft. No me gusta.

  • Dieses Jahr im Sommerlochkino: Zuwanderung

    Wäre es nicht so ernst, man wäre versucht, zu lachen: Die Zuwanderung ist mal wieder der Sommerlochfüller. Wirtschaftsminister Brüderle möchte hochqualifizierte Zuwanderer mit einer „Lockprämie“ ins Land holen. Auf seine Seite schlägt sich der Verband Deutscher Ingenieure (VDI); Man habe ein Defizit von 36.000 Ingenieuren im Land, das Zuwanderungsgesetz müsse optimiert werden. Nun schreitet Bundeskanzlerin Merkel ein, meldet die dpa: Die Zuwanderungsgesetze müssen nicht grundsätzlich reformiert werden. Peng.

    Diesmal mit dabei: Brüderle, Merkel, der HDI, und noch viele mehr…gefunden bei Wikipedia

    Auffallend bei dieser Debatte ist – neben der totalen Ökonomisierung eines so vielschichtigen Phänomens wie Zuwanderung – die Lustlosigkeit, mit der sie inzwischen geführt wird. Vorhersehbar, lethargisch und emotionslos, als wünschten sich alle, sie wäre bereits vorüber. Denn letztendlich weiß man, sie wird im Keim erstickt. Von wem ist völlig offen, das Personal wandelt sich, aber die Argumente bleiben die gleichen. Blue-Cards, Punktesysteme, dies alles war und ist in einer Gesellschaft, die sich um das Bekenntnis drückt, eine Einwanderungsgesellschaft zu sein, a priori zum Scheitern verurteilt.

    Aber es gab schon mal Zeiten, da wurde gekämpft! Dieses Pathos, diese Empörung. Man habe 3 Millionen Arbeitslose, donnerte man, die müsse man erst einmal qualifizieren. Kinder statt Inder. Das war vor 10 Jahren schon das Totschlagargument der Politik (hier etwa Müntefering im Focus), und es wird es in 20 Jahren auch noch sein. Denn man wird auch in 20 Jahren feststellen, dass es noch Arbeitslosigkeit gibt, und wird dann auf die Forderung, die Zuwanderung für Hochqualifizierte zu erleichtern, losdonnern, man habe 3 Millionen Arbeitslose, man solle doch erstmal schauen, dass man die alle unterbringt. Wer die Debatte dann abwürgt, wird das Sommerlochkino der Zukunft zeigen.

    Drei Gedanken prägen die Einwanderungsdiskussion in Deutschland. Erstens: „Eigentlich kann jeder alles machen“, zweitens: „Ausländer könnten nie selber Jobs schaffen“ und drittens: „Unser Land ist so attraktiv, wenn wir Hochqualifizierte haben wollten, könnten wir“. Zu Nummer 1: Lassen sich die heutigen Arbeitslosen problemlos in den überschüssigen Jobs unterbringen? Vermutlich nicht, es gibt Indikatoren dafür, dass die Arbeitslosigkeit strukturell ist, für einen großen Teil der heutigen Arbeitslosen fehlen attraktive gering qualifizierte Tätigkeiten, die im Zuge der Umstellung von der Industrie- auf die Dienstleistungsgesellschaft weg gebrochen sind. Lässt sich hier durch die Weiterbildungen der Arbeitsagenturen viel machen? Eher nicht. Lassen sich Geisteswissenschaftler nach 16 Semestern Studium ohne Probleme zum Informatiker oder Ingenieur umschulen? Kaum vorstellbar.Will jeder überall dort hinziehen, wo gerade eine derartige Stelle frei wird? Nope. Sollte man ihn/sie zwingen? Ich finde nicht.

    Migration: Totale Ökonomisierung eines vielschichtigen Phänomens

    Der Gedanke „eigentlich kann jeder alles machen“ ist in der Debatte in Deutschland allerdings auch immer mit dem unappetitlichen Subtext: „Solange er/sie „Deutscher“ ist“ verbunden. Denn genau diese Denke ist implizit in der Forderung, man müsse erstmal alle hiesigen unterbringen: Jemand aus dem Ausland kommt und nimmt einen Arbeitsplatz weg.  Und dies bestenfalls. Eine Zuwanderung in die Sozialsysteme erscheint auch den politischen Entscheidern hierzulande wahrscheinlicher als der kuriose Gedanke, dass Ausländer hier auch neue Jobs schaffen könnten.

    Zur dritten Prämisse: „Unser Land ist so attraktiv, wenn wir Hochqualifizierte haben wollten, könnten wir“. Mit der derzeitigen Regelung versucht man zumindest mit einigem Erfolg, sich diese Klientel vom Leib zu halten. Mehr als 64.000 Euro Brutto – diesen strammen Verdienst benötigen Hochqualifizierte für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Man kann sich vorstellen, wie viele Menschen es schaffen, sich aus dem Ausland eine derartige Stelle zu angeln. Die Frage, ob „sie“ es überhaupt möchten, ob Migranten Deutschland als eine demokratische Gesellschaft wahrnehmen, die das Anderssein von Ausländern als Bereicherung wahr nimmt und zu schätzen weiß, kommt in der Debatte hierzulande eigentlich nicht vor. So sagte der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic, dem Focus: „Kluge Köpfe achten bei der Einwanderung nicht nur auf die Bezahlung, sondern auch auf die gesellschaftliche Atmosphäre.“ Oft sind es die ruhigen Töne, die das Hinhören am meisten lohnen.

    Denn: man braucht nicht glauben, dass Proteste gegen Moscheen, rechte Gewalt und Abschottungspolitik im Ausland nicht wahr genommen werden. Zumindest wirkt es. Als „Einwanderungsland“ kann sich Deutschland seit 2009 beim besten Willen nicht mehr bezeichnen. So vermeldet die Bundeszentrale für politische Bildung:

    Eine Besonderheit der Migrationsentwicklung findet in der Öffentlichkeit übrigens bislang kaum Niederschlag, nämlich die Auswanderung aus den EU-Ländern. In Deutschland haben 2009 mehr Menschen das Land verlassen als zugezogen sind. Während ca. 721.000 Personen nach Deutschland gekommen sind, haben rund 734.000 das Land verlassen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

  • „Geboren im KZ“: Das Wunder der sieben Babys von Kaufering

    Sieben Babys überlebten das KZ Kaufering, ihre Mütter gingen durch die Hölle. Der Dokumentarfilm „Geboren im KZ“ erzählt ihre Geschichte. Artikel im Tagesspiegel vom 28. April 2010 von Lars Dittmer//

    „Als ich hörte, dass sieben jüdische Babys das KZ Kaufering überlebt haben, konnte ich es nicht glauben“, sagt die WDR-Autorin Eva Gruberová. Als die US-Soldaten Ende April 1945 das Lager befreiten, fanden sie Leichenberge, halb verhungerte und typhuskranke Menschen. Und doch hängt der Beweis in der KZ-Gedenkstätte Dachau: Vier Mädchen und drei Jungen halten die Mütter in die Kameras der Amerikaner. Gruberová beschloss zusammen mit Martina Gawaz, dieser Geschichte nachzugehen. Ihre Dokumentation „Geboren im KZ“ zeigt die ARD am Mittwoch, zum Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau (29. April) und des Außenlagers Kaufering (27. April).

    Zwei der sieben Mütter sind noch am Leben: die Slowakin Eva Fleischmanová und Miriam Rosenthal, die heute in Kanada lebt. Eva Fleischmanová wollte erst nicht mit den beiden Autorinnen sprechen, zu sehr schmerzen ihre Erinnerungen. Auch ihrer Tochter Marika Nováková hatte sie lange nicht erzählt, warum das oberbayerische Dorf Kaufering als Geburtsort in ihrem Pass stand. Sie hatte geschwiegen, weil in der Slowakei nach dem Krieg der Antisemitismus weit verbreitet war.

    KZ-Außenlager Kaufering. (Bild: Wachowski/Wikipedia)
    KZ-Außenlager Kaufering. (Bild: Wachowski/Wikipedia)

    In den neun Monaten vor der Befreiung gingen Fleischmanová und Rosenthal durch die gleiche Hölle, ohne voneinander zu wissen. Die Frauen wurden von einem KZ ins nächste verlegt, von Auschwitz nach Augsburg zur Zwangsarbeit in die Michel-Werke, dann nach Kaufering. Hitler wollte dort die ersten Düsenflugzeuge herstellen lassen. Die Angst war immer da, denn sie wussten, dass die Nazis schwangere Jüdinnen sofort ins Gas schickten. Ab 1941 tötete das Regime gezielt auch jüdische Kinder, rund 1,5 Millionen bis Kriegsende. Überlebensversicherung war, den Nazis nicht zu trauen. „Schwangere vor! Bekommen doppelte Portionen!“, brüllte einmal ein SS-Mann in Auschwitz. Trotz ihres Riesenhungers bewegte sich Miriam Rosenthal nicht, einer inneren Eingebung folgend. „Alle anderen sind gegangen, 200 Frauen vielleicht“, berichtet sie. Sie gingen in die Gaskammern. Eva Fleischmanová war noch im Sommer 1944 mehrere Tage in Auschwitz, wo sie zwei Mal von Mengele untersucht wurde. Sie hatte Glück. Ihr zu klein gewordenes Hemd tauschte sie gegen das weite einer Mitinsassin, um ihre Schwangerschaft zu verstecken.

    In einer unterirdischen Baracke in Kaufering im Winter 44/45 lernten sie sich kennen, beide bereits hochschwanger. Ein jüdischer Arzt aus Ungarn half ihnen bei der Niederkunft – Eva Fleischmanová nähte er ohne Narkose. Es gibt nur Vermutungen, warum die Frauen und ihre Kinder nicht ermordet wurden. „Die SS und die hohen Offiziere rechneten mit Strafen und wollten ihre Haut retten“, vermutete Ibolya Ginsburg, die die Geburt der sieben Babys in Kaufering als Häftling miterlebte.

    Während der Recherchen zu „Geboren im KZ“ nahmen die Kauferinger Kinder wieder Kontakt zueinander auf. Zu den Befreiungsfeiern 2010 in der Gedenkstätte Dachau werden sich sechs der sieben wiederbegegnen.

    „Geboren im KZ“, ARD, 23 Uhr 30

  • New Evil – The Joker in „The Dark Knight“ as a Prototype of the Post-September 11-Villain

    Thesis, Wintersemester 2008/2009, grade 1,3 („very good“), Potsdam University by Lars Dittmer

    … some men aren’t looking for anything logical, like money…they can’t be bought, bullied, reasoned or negotiated with. Some men just want to watch the world burn. (Alfred Pennyworth, Butler of Bruce Wayne, assessing the Joker)

    All you care about is money. This town deserves a better class of criminals. I m going to give it to them. Tell your men they work for me now. This is my city. (The Joker to the Chechen, a Gotham city gangster boss)

    Why so serious? (The Joker to Rachel Dawes, telling the assumed story of his scarred face)

    My thesis „New Evil. The Joker in The Dark Knight as a Post-September 11-Villain“ establishes a picture of Gotham City that is more „realistic“ than in previous Batman films. The population of this city is realised in three parts: the mob consists of African Americans and other „Ethnic“-Americans, the Jetset is almost completely light-skinned. In between one finds Gotham’s police, mixed Ethnic/black and white, but also known to be corrupt. Indeed, the film follows subtle anti-state-sentiments in making the three highest officers in Gotham „Ethnic“-Americans: Garcia, Loeb and Surrillo. Only a disfunctional state makes the nightly operations of a vigilante like Batman – a person, who decides for himself what is good and what is bad – necessary.

    The predecessors of the Joker are the great villains of film- and culture history, starting with Shakespeares Iago up to slashers like Freddy Krueger. The Joker clearly does not fit into the three-part pattern in the first part of my paper. His malice is sourced by four different strands: references to Satan references to femininity references to disability and references to a terrorism clearly related to the one of Al-Qaeda and its supporter groups. In establishing a villain along these lines, the producers of the film address a mainstream which is in their view reactionary, latently racist and anti-emancipatory. Though the film makes exceptional statements (eg. Morgan Freeman), evil in their eyes is either black, disabled or feminin. In its displayed reaction to the new threat of the Joker – Batman sets up a surveillance systems that monitors all citizens of Gotham – the film can be interpreted as a defense of the Bush policies after 9/11.

     

    Table of Contents

    1. General Introduction 1

    1.1 Introduction: A Diabolic Laughter

    1.2 Some facts about The Dark Knight

    1.3 Changing Concepts of Evil ­ Problem Identification and Approach

    1.4 Otherness Constructions ­ a Short How-To

    1.5 How Does Hollywood Deliver to New Trends?

    1.6 Central Assumption of My Paper and Preview

    1.7 Synopsis of the Film

    2. Setting and Framework of the Film ­ A Structural Analysis 18

    2.1 Gotham City ­ Between Postmodernity and Grand Narrative

    2.2 Identity and the Mirroring of Images in Postmodern Spaces

    2.3 Is There Anybody Here We Can Trust?

    2.4 Law-Abiding Citizens Versus Scum

    2.5 Hollywood and Representations of Minorities

    2.6 Mobs, Cops, Money ­ The Racialised Hierarchy in The Dark Knight

    2.7 Interlinkage of Race and Other Dimensions in the Film

    3. The Joker and His Otherness 38

    3.1 From the Bank-Robbing Harlequin to the Psychopathic Terrorist

    3.2 Influences and Lines of Tradition

    3.3 A State Inside the State ­ the Jokers Terrorist Organisation

    3.4 Scope and Means of Killing

    4. References to the Satan 47

    4.1 Evil and Its Personifications

    4.2 The Joker as a Satanically-Coded Being

    4.3 And Lead Us Not Into Temptation ­ the Role as Seducer and Accuser

    4.4 Pan and Beelzebub ­ Figures from the Underworld

    5. References to Femininity 57

    5.1 Misfit to the System: ­ the Joker

    5.2 The „Vamp“ ­ a Cross-Gender Threat

     

    5.3 Male Order Versus Female Chaos

    5.4 Mulveys Gaze Revisited ­ the Interrogation of the Joker

    5.5 Restoring the Order ­ Batman and His High-Tech Equipment

    6. References to Sickness, Disability and Further „Otherness“-Determinants 66

    6.1 Physical Deformity ­ Visible Evil(?)

    6.2 This City Needs a Hero With a Face

    6.3 Both Clown and Monster: ­ Gotham’s Chief Evildoer

    7. References to an Al-Qaeda Version of Terrorism 72

    7.1 The Joker as an Islamist Terrorist? Obvious Differences and Subtle Similarities

    7.2 The Joker’s Men and Al Qaeda: Myth or Truth?

    7.3 New Aims, New Cruelty

    7.4 The Forces of Reaction and the Response

    8. In Lieu of a Conclusion 80

    8.1 A Great Need for Scapegoating

    8.2 The Role of Batman ­ Allusions and References

    8.3 The Dark Knight and Its Stance

    9. Works Cited 89

    Annex 94/95

    If there ever was a stylistic element determining the evildoer in fiction that featured in Hollywood fiction with a relative constancy over the years, it was his/her proverbial diabolic laughter. It gives the person who laughs the air of a lunatic but at the same time often raises the audiences` awareness to a possible mono-dimensional or burlesque figural profile. It is an indicator that good and evil are clearly allocated within the story and is therefore often found in the realms of science fiction, fantasy or comic adaptations. For the audience it is then obvious that this villain has fun in doing wrong; the character is not robbing a bank out of financial problems or is killing as a last resort but because he/she enjoys it. This dislocates the character from a complicated reality in which an infinite number of reasons and contexts exist that could lead to a criminal “career” – it seems that pure evil steers him/her. Criminal acts here become an activity that determines the very essence of the character in question.

    These characters tend to have a restricted functional profile in the story line, i.e. they tend to be what German literary scholar Manfred Pfister calls abstract personifications (244), usually defined by a a small set of information. It may also imply that they are not going to evolve or change for better. This begins with Disney’s harmless Beagle Boys with their seemingly endless grinning, who try to become law-abiding citizens every now and then but constantly fail. It is simply not in their nature. It is much more subtle in the self-righteous smiles of James Bond’s adversaries, who in the final part of the story traditionally get hold of 007 and before they announce they are going to kill him in a complicated, nonetheless cruel way, they explain every detail of their genius plans and why it was vital to get rid of him now.

    The laughter in its mad form could be heard in several fantasy and science- fiction stories within the last ten years as well. It echoes through the hall of the intergalactic parliament where the disfigured Emperor fights the Jedi Master Yoda in Star Wars episode III. Formerly a corrupt Senator with a slight tendency to the Dark Side, the evil force now has completely infested the Emperor and destroyed his face, and at the same time, his soul. Again much more moderate the laughter figures in the Tolkien Adaptation The Lord of the Rings. Here it comes in the form of an arrogant sneer by the evil wizard Saruman, who shares the Emperor’s fate in so far, that he used to be good but has been conquered by an evil force that now determines his actions.

    This kind of laughter figures prominently especially in comic adaptations, of which several have been brought into cinema during the last decade by Hollywood. So it was the case in the latest Spiderman films, which were released during the first five years of the 00-decade. In the first episode (Spiderman, 2002) the supervillain was the terrorist-like Green Goblin, the father of Peter Parker (Spidermans real ego) best friend. In an experiment tested on himself, Mr. Osborn becomes this Devilish creature, who combines the scientific abilities of his real ego with superhuman strength – there is hardly a moment this Dr. Jekyll-and-Mr.Hyde-inspired character does not openly show his pleasure in destruction. And the diabolic laughter of course came back in 2008. In Christopher Nolan’s Batman adaptation The Dark Knight, Heath Ledger in his final role, fills the figure of the Joker with an unprecedented nihilistic morbidity. The majority of commentators agreed that ledger in The Dark Knight is not only the best Joker there ever was, but also one of the gloomiest villains in the history of film. It will be my task in this paper to address how this evil Otherness is constructed and embed this structure in a contemporary cultural context.

    The Joker’s laughter in this context is not a trivial extra feature but one of his essential characteristics. After all it is inscribed in his face and thereby contributes to a full-fledged deconstruction of the classic clown image, a figure that is generically a “comic figure that induces laughter” (Tobias 37) and is meant to give people pleasure (especially if it is called “Joker”), but never to inflict death and destruction. In one of his early scenes the Joker meets Gotham City’s underworld, i.e. two of the most dangerous gangs of criminals which hold a meeting in a secret place. The mobsters, momentarily engaged in conversation, listen up as this shabby clown-like appearance enters the room with a laugh. But it is no diabolic laughter let alone a hearty one, it is a bored and mechanistic laughter, almost spoken: “Ha, ha, ha, he, ho, haaa.” The Joker then slowly approaches, looking at the mobsters and says: “I thought my jokes were bad” (23min). In this early scene the figure establishes that he is not going to fulfil prefigured expectations. Though it is clear to the audience that the Joker is supposed to be the bad guy – and he has killed in the opening scene – here the possibility of an ironic twist or an untypical negotiation – a possible re-negotiation – of good and evil is indicated. His laughter is the caricature of a laughter; one that comes because he knows people expect him to laugh.

    1.2 Some Facts About The Dark Knight

    The Dark Knight has been one of the major box office successes in years. Images and iconographics of the film were dispersed in a unique viral marketing strategy all over the United States. Image teasers and trailers were made accessible on the internet months before the film was released. Efforts to keep its shooting secret – major parts of The Dark Knight are set in Chicago – failed. The sad news of the death of Heath Ledger in January 2008 as a result of a overdose of sleeping pills provided a further boost to the commercial machinery of The Dark Knight. Some critics suggested that the death of one of the most talented Hollywood young stars, having starred in films such as „I’m Not There“ and „Brokeback Mountain“, was not only one but the factor that had the box office figures skyrocketing – the film was legendary before it was even released. According to the Internet Movie Database (IMDb) the Dark Knight grossed US$158,41 million during its first weekend, the highest result in the history of US cinema (Box Office Mojo 2009). While film scholar Neil Bather reports that “US$100 million at the North American domestic box office… roughly delineates success from failure in the marketplace” (38), it is probably important to know that The Dark Knight hit the US$500 million margin within 45 days; 53 days faster than James Cameron’s 1997 major success Titanic (Box Office Mojo 2009).

    Reception of the film was overwhelmingly positive (Metacritic 2009). Most commentators highlighted fast and ambitious action scenes and the performance of ledger, which in the opinion of many writers not only dwarfed Christian Bale as Batman, but also all other actors – nonetheless the film boasted a first-class Hollywood ensemble including Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Morgan Freeman, and Michael Caine. A negative point for many commentators were the story, which, though in its basic structures rather shallow, to many viewers was hard to follow
    due to very condensed dialogues and rapid sequencing. As Dirk Honeycutt writes for the Hollywood Reporter: “That adrenaline rush comes at a cost: With the film’s race-car pace, noise levels, throbbing music and density of stratagems, no one will follow all the plot points at first glance” (2008).

    Opinions on the acting were ambivalent. Some commentators opined that most figures were kept flat and therefore visibly did not present great challenges to the actors; so, aside from the Joker, brilliant acting simply did not follow from the screenplay. Richard Corliss notes, on www.time.com, with regards to the other actors: “Actually, they’re just diversions from the epochal face-off of Bruce and the Joker” (2008). Author opinions were also divided on the film’s discussion of its central topic as well: morality. Indeed, the film leaves the watcher with ambiguous and contestable messages about why Batman and the Joker fight at all. Is it necessary to follow laws? Is it good to follow laws which are after all, man-made and therefore error-prone? Equals democracy goodness or is there a superior goodness or morality? The film disperses some rather small nuggets into these discourses; to be a real contribution in these fundamental conflicts, however, cannot be the task of a Hollywood blockbuster.

    1.3 Changing Concepts of Evil – Problem Identification and Approach

    Open questions and contestable meanings are no accidents in modern Hollywood cinema, as Neil Bather reports, rather they are mere intention. Basing his observation on Tom Gunning’s 1990 essay “cinema of attractions”, he states: “Through the 1970s on, spectacle has emerged from a mere excessive visual to a conflation of image, ideological function and contestable meaning” (41). Though Gunning in his essay elaborates on films before 1906, a phase in the history of cinema he calls “cinema of attractions”, many of his statements hold true for modern blockbusters:

    It is the direct address of the audience, in which attraction is offered to the spectator by a cinema showman, that defines this approach to film making. Theatrical display dominates over narrative absorption, emphasising the direct stimulation of shock or surprise at the expense of unfolding a story or creating a diegetic universe.The cinema of attractions expends little energy creating characters with psychological motivations or individual personality. (59) Though films like The Dark Knight also of course base themselves on a narrative editing style, the intricacy of the film’s structuredness – as mentioned – allow for the statement that spectators cannot be expected to follow the plot at once. They are expected to follow the action, that is, the “attractions”.

    The Trend to ever increasing amounts of “attractions” certainly continued during the 1990s, during which many of the blockbuster action films were produced that form major part of today’s cultural knowledge. In other words, meaning that is produced in Hollywood cinema is not based on narration but largely emerges within often fast and breathtaking action scenes – character treats such as intelligence, wit, fairness, etc. as well as story lines are now completely constructed through mimetic display. This observation builds up on Julia Kristeva’s theory of intertextuality that decentres the author of a story and transfers the process of producing meaning to the recipient.

    New here is the extent of intentionality – Hollywood blockbusters are, as Bather describes in a different context (53), designed to reach large audiences. One of their foremost aims, after all, is making money. Thus they are designed to attract a diverse audience with an almost endless variety of different experiences and expectations – what is therefore needed is the broadest ideological catch-all approach conceivable to not alienate parts of the potential customer base.

    Nevertheless it is my contention that interpretations of Hollywood blockbusters are possible and important. The most successful Hollywood producers and playwrights are often quite sensitive and sophisticated observers of current societal trends and developments. The above mentioned catch-all approach is therefore capable of giving a vital picture of US society and delineates a broad set of current common attitudes, ideological mind-sets, and fears. An assumed mutual reflexivity between societal trends and cinema has been the topic of scholarly work since the beginnings of silent cinema. Especially after September 11 the dividing line of Hollywood and Washington – entertainment and politics – has been blurred again.

    After all, the United States is at war. New enemy images inform politics and film. Martin Norden reports:
    Though it might be tempting to regard national political rhetoric and film/TV entertainment as mutually exclusive areas, the construct of good and evil – or, more accurately, good v. evil – clearly undergirds both. In the public’s mind, they cannot help but be linked. (xii) Hollywood on its part has no other option but to adapt to these new circumstances. A possible analysis is capable of carving out what might be called the mainstream attitude – in the case of The Dark Knight, the film’s amazing monetary success has the potential to deliver a vital confirmation to such a claim.

    Yet the concept of mainstream in this context should not be understood as a generalisation or even the effort of a stereotypical characterisation. There is no such thing as a fixed national character – nevertheless the examination of Hollywood blockbusters allows for certain movements and tendencies within the society with the potential to have influence on other Western countries. Also the monetary aspect of delivering to the needs of the US- society by Hollywood is addressed by Neil Bather very bluntly: “The Lords of Kitsch, in short, exploit the cultural needs of the masses in order to make a profit and/or to maintain their class rule” (41). Naturally, a medium confirming long-held biases and beliefs is more comfortably consumable than a piece that challenges and contests one’s attitudes and taste. Even if the story of a film is long-forgotten there will be a pleasant aftertaste felt by most of the spectators – an advantage the sequel of a film makes use of. As mentioned above, the success of The Dark Knight is also consequence of Ledger’s early decease – to which degree however cannot be satisfactorily clarified and could only be speculated on.

    It is especially on current societal fears that I will concentrate on in this paper as they most vocally address the current state of a society; the United States are here, as in other fields, the spearhead and avant-garde in the countries of the “West”. As a matter of fact, Hollywood does not only pick up on these trends, it shapes fear discourses and contributes to them as well. In the case of larger-than-life villains such as Heath Ledger’s Joker, there are grounds to believe that their public “success” – the term here is based on box office figures and euphoric critical reception – is a product of the thorough and exact societal analysis of a playwright and the respective producer of the film project. Such a figure therefore has the potential to be the filmic incarnation of the fears of a society.

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