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  • Nasa filmt erdgroßen Tornado auf der Sonne

    Mit bloßem Auge nicht erkennbar – die Sonne ist derzeit sehr aktiv. (Bild: NASA/SDO)Aktuelle Nasa-Aufnahmen von der Sonnenoberfläche zeigen die gewaltigen Kräfte, die dort wüten. Der Forschungssatellit SDO (Solar Dynamics Observatory) hat Anfang Februar einen Plasmasturm von der Größe der Erde gefilmt, der länger als einen Tag über den Stern donnerte. Der Sonnen-Twister erinnerte zwar optisch stark an irdische Wirbelstürme, hatte jedoch ganz andere Ursachen, wie die Forscher der Weltraumorganisation erklären.

    Mit bloßem Auge nicht erkennbar – die Sonne ist derzeit sehr aktiv. (Bild: NASA/SDO)

    Auf den Bildern ist das dunklere, kühlere Plasma zu sehen, wie es immer wieder von helleren, aktiven Regionen durchzogen und durchbrochen wird. Plasma wird die gasförmige Materie genannt, aus der die Sonne besteht – darin befinden sich geladene Teilchen.

    Auf der Oberfläche herrschte eine rege Aktivität. „Es ist fast als könnte sich das Plasma nicht entscheiden, in welche Richtung es will“, schreiben die Astronomen auf der Webseite des Projekts. „Die Partikel werden durch rivalisierende magnetische Kräfte hin- und hergezogen.“ Daher die optische Ähnlichkeit mit einem Wirbelsturm.

    Rund 30 Stunden zog der gewaltige Tornado über unser Zentralgestirn, mit einer geschätzten Geschwindigkeit von fast 500 Stundenkilometern. Die Flammen sollen dabei mehrere hunderttausend Kilometer in das All hinausgeschossen sein. Das aktuelle Material wurde von dem Forschungssatelliten in ultravioletter Strahlung aufgenommen, das heißt, für das bloße menschliche Auge wäre das Phänomen nicht zu erkennen gewesen. Derartige Aufnahmen waren der amerikanischen Weltraumorganisation noch nie zuvor gelungen.

    Das SDO-Projekt feiert gerade sein zweijähriges Jubiläum: Der Satellit wurde im Februar 2010 ins All geschossen und soll bis 2015 die Aktivitäten auf unserer Sonne untersuchen. Ziel der Mission „LWS – Living with a Star – „Leben mit einem Stern“-“ ist es, die Einflüsse unserer Sonne auf das Leben auf der Erde zu untersuchen. Die Sonnenaktivität wird in Zyklen gemessen – in der aktuellen Phase, genannt Solarzyklus 24, stellen Wissenschaftler eine besonders rege Aktivität auf dem Stern fest.

    Erschienen auf Yahoo! Nachrichten am 20. Februar 2012

  • „Brandy“ statt „Hasso“: Diese Hundenamen liegen im Trend

    „Fass, Harras!“ Dieser urdeutsche Befehl zum Angriff ereilt Einbrecher heute kaum noch. Denn Hundenamen wie Harras, Bello, Hasso oder Fiffi sind völlig „out“, wie eine  Mainzer Germanistik-Studentin herausfand. Für ihre Magisterarbeit verglich sie Hundenamen von vor hundert Jahren mit 1000 modernen – das Ergebnis: Heute bekommen Hunde meiste englische Menschen- oder Städtenamen. Der Vierbeiner selbst spielt bei der Namensgebung eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr um das Herrchen selbst.

    „Es kommt mir so vor, als solle der Hund ein Spiegel der eigenen Persönlichkeit sein“, sagte die 26 Jahre alte Eva Schaab der FAZ. „Der Mensch will zeigen, wie lustig oder einfallsreich er ist.“ Für ihre Studie im Bereich der Onomastik (Namenkunde) verglich sie Hundenamen-Listen von 1907 bis 1916 und befragte gleichzeitig 1000 Herrchen von heute, welche Namen sie vergeben haben und warum. Zentrales Ergebnis ihrer Untersuchung: „Der Trend geht zu Menschennamen.“

    Der Trend geht zur Vermenschlichung – hier "Sergeant Stubby". (Bild: lizenzfrei, Wikipedia)

    Da verwundert es auch kaum, dass sie unter den heutigen Hundenamen nur wenige Doppelungen fand – Individualität ist Trumpf. Zu den meist gewählten gehören demnach Ben (Benny) und Sam (Sammy) für Rüden, unter den Hündinnen war Gina die Nummer 1. Unter den Namen von 1900 dominieren laut Schaab recht funktionelle Namen wie „Greifan“ oder „Putzenweg“ sowie erklärende wie „Krummbein“ oder „Taugenichts“.

    Nicht selten traf Schaab laut der FAZ auf moderne Namen, die eigentlich für den menschlichen Nachwuchs vorgesehen waren, von Standesbeamten aber abgelehnt wurden. Dann musste eben der Vierbeiner herhalten. Dazu zählen Städtenamen aus dem englischsprachigen Raum wie Sydney oder Boston. Absolut undenkbar wäre dies noch vor noch hundert Jahren gewesen! Damals waren gute deutsche Namen wie Donau en vogue, man zeigte Patriotismus. Heute ist der Hundebesitzer Herrchen von Welt.

    Gerne werden auch Spirituosen-Namen gegeben: So holt in Parks nicht mehr Fido das Stöckchen, sondern Brandy, Calvados oder Jim Beam. Einen Achtungserfolg unter den Traditionsnamen erzielt noch Rex –  immerhin drei Tiere von 1000 hörten in Schaabs Studie auf den Namen der TV-Spürnase,  berichtet die FAZ. Völlig außer Frage ist ein Name, wenn er bereits vergeben ist. So schreckte ein Herrchen vor Josef zurück, da Freunde sich einen Wauwau gleichen Namens zugelegt hatten. Der Hund wurde stattdessen Max getauft, was aber englisch ausgesprochen wird, wie das Herrchen darlegte.

    Geschrieben für Yahoo! Nachrichten

  • Terrorgefahr: Mauern statt Klartext

    Kommentar

    Die Bundesregierung möchte die atomaren Zwischenlager besser sichern und beginnt in diesen Tagen, immense Bollwerke zu errichten. Offenbar gibt es neue Erkenntnisse über terroristische Anschläge. Die Informationspolitik ist allerdings mehr als dürftig – weder Anwohner noch Öffentlichkeit werden über Sinn, Details und Hintergründe des Vorhabens unterrichtet.

    Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Sogar mehrere — und das mitten in Deutschland. In Bayern geht es schon los. An den AKW-Standorten Grundremmingen und Isar II wird derzeit der Bau von Schutzwällen geplant. Allerdings dieses Mal keine „antifaschistischen“: Die Bundesregierung will die atomaren Zwischenlager stärker sichern und beginnt den Bau von entsprechenden Vorrichtungen. In Grundremmingen etwa nimmt dies monumentale Ausmaße an: Rund zehn Meter hoch und 85 Zentimeter dick soll das Stahlbeton-Ungetüm werden. Der 1,500 Seelen-Ort rund 50 Kilometer westlich von Augsburg kann sich also auf eine neue Touristenattraktion freuen.

    Das AKW Grundremmingen. (Bild: Reiner Zenz/Wikipedia)

    Für die Menschen vor Ort kommt dies ohne Vorwarnung.  Der Bürgermeister der Gemeinde, Wolfgang Mayer, wird noch am Mittwoch vom Spiegel zitiert, dass der Bauantrag der Betreibergesellschaft völlig überraschend kam und auch „nicht begründet“ worden sei. Die Planungsdetails sind geheim. Überhaupt ist alles top secret und dubios — wie so oft, wenn es um das heikle Thema Atomkraft geht. Das Umweltministerium gibt sich wortkarg: Die geplanten Maßnahmen dienen dem Schutz „gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter“, hieß es am Mittwoch in Berlin. Offenbar will man sich gegen terroristische Anschläge und Flugzeugabstürze wappnen.

    Nanu? Das Bedrohungsszenario eines terroristischen Anschlages — sei es durch einen gezielten Flugzeugabsturz oder den Angriff mit einer Panzerfaust — ist doch so neu nicht und seit dem elften September auch kein reines Hirngespinst mehr.  Vor zehn Jahren schon hat das Bundesamt für Strahlenschutz unterschiedliche Absturzszenarien für Verkehrsflugzeuge auf atomare Zwischenlager durchgespielt. Damals gab man sich zufrieden: „Leben und Gesundheit“ seien nicht durch Flugzeugcrashs gefährdet, hieß es im Abschlussbericht. Weiß man nun etwas Neues? „Ja“, heißt es dazu beim niedersächsischen Umweltministerium: Es gäbe neue Erkenntnisse über „Tatmittel und Tatverhalten“ bei terroristischen Anschlägen.

    Welche das sind, wird nicht verlautbart. Trotzdem werden jetzt fieberhaft Mauern gebaut. Obwohl alle Kosten den Betreibern auferlegt wurden, murren nicht einmal RWE und Eon, die angeblich auch schon Schutzvorrichtungen planen.  Alles muss sicherer werden — in Gorleben wurden offenbar  im vergangenen Jahr bereits die Castorbehälter von den Wänden weggestellt. Ziemlich clever. Offenbar sollen alle Zwischenlager in Deutschland noch dieses Jahr mit den neuen Schutzwällen befestigt werden.

    Bleibt nur die Frage, was eigentlich mit den Reaktoren selbst geschieht. Die stehen ja letztlich weit exponierter in der Landschaft als die Zwischenlager und sind sie sowohl durch inszenierte Flugzeugattacken wie auch durch Panzerfaustraketen weitaus einfacher zu treffen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sie nach dem ersten Beschuss außer Kontrolle geraten und dann – wie in Fukushima gesehen – über Monate vor sich hin kokeln und strahlen. Glaubt man Greenpeace-Berichten, wäre so ein Angriff auch mit wenig Ressourcen machbar.

    Wenn also die neuen Erkenntnisse über „Tatmittel und Tatverhalten“ beinhalten, dass Terroristen künftig die schwerer zu treffenden Zwischenlager wählen wollen — gut, dass wir jetzt Mauern drum herum ziehen. Sollten sie allerdings in guter alter Terroristenmanier doch die Ziele wählen, die einfacher zu attackieren sind und wahrscheinlich weitaus mehr Menschen verstrahlen, würde einen doch interessieren, wie diese neuen „Tatmittel und Tatverhalten“ bei Terroristen nun aussehen, und warum unsere Atomreaktoren dagegen angeblich gefeit sind. Eine transparente Informationspolitik sieht anders aus – die Bundesregierung sollte anfangen, Klartext zu reden, anstatt zu „mauern“. Ihr bisheriger Umgang mit dem Thema ist eher geeignet, Ängste zu schüren, als den Bürgern ein Gefühl erhöhter Sicherheit zu geben.

    Geschrieben für Yahoo! Nachrichten

  • Die FDP – Partei im Wachkoma

    Für die FDP geht es jetzt um alles oder nichts. Die Situation der Partei ist verheerend: Verlorene Wahlen und ein massiver Mitgliederexodus prägen das Bild in der Öffentlichkeit. Auf dem traditionellen Dreikönigstreffen am 6. Januar in Stuttgart möchten die Liberalen nun das Ruder herumreißen. Man gibt sich selbstbewusst und bläst zum Kampf. Doch das interne Hickhack geht weiter  – und nach Inhalten sucht man bei der Partei derzeit vergeblich.

    Wer in diesen Tagen im politischen Kabarett eine zielsichere Pointe platzieren möchte, lässt auf der Bühne das Wort „FDP“ fallen. Einfach so: FDP, sonst nichts. Ein Selbstläufer, der nicht nur Lacher auslösen dürfte angesichts des Zustands der Liberalen. Interner Zank, Mitgliederschwund,  massive Stimmverluste — eine Partei im Wachkoma. Für das Dreikönigstreffen fordert die baden-württembergische FDP-Vorsitzende Birgit Homburger nun ein „Aufbruchsignal“. Es sei  Zeit, „auf Angriff umzustellen“.Denn das Abreißen des Kalenderblattes hat der FDP nichts genutzt: Auch 2012 beginnt für die „Forgotten Democratic Party“ („Die Zeit“) mit schmerzhaften Nachrichten. Laut jüngsten Umfragen von „Stern“ und RTL krebst die Partei derzeit zwischen zwei und drei Prozent herum. Zerknirscht musste die Parteizentrale Anfang Januar einen Schwund von 5 000 Mitgliedern im Jahr 2011 einräumen. Das sind 7, 5 Prozent (!) – der stärkste Rückgang seit 15 Jahren. Angesichts der 5 Prozent, die bereits 2010 ihr Parteibuch abgegeben haben, ist das fast schon ein Stück Kontinuität in diesen unsicheren Zeiten.

    Hier noch bester Stimmung: Rösler und seine FDP. (Bild: FDP nds/Wikipedia)
    Hier noch bester Stimmung: Rösler und seine FDP. (Bild: FDP nds/Wikipedia)

    Der ehemalige FDP Innenminister Gerhart Baum, ein Schwergewicht liberaler Bürgerrechtspolitik, sieht seine Partei laut  „Augsburger Allgemeine“ in einer „Existenzkrise“ und glaubt die Wahlen in Schleswig-Holstein im Frühjahr verloren, wenn nicht „energisch“ an „Inhalten gearbeitet wird“. Inhalte? Außer für höchst umstrittene Steuersenkungen steht die FDP in der Öffentlichkeit für nichts mehr.

    Höchstens noch für internen Zoff — der geht nämlich munter weiter. Eben watschte der neue Generalsekretär Patrick Döring Parteichef Rösler ab. Jener sei kein „Kämpfer“, sondern ein „Wegmoderierer“, sagte er dem „Stern“. Es braucht keine großen semantischen Fähigkeiten, hier den Vorwurf der Weicheierei herauszulesen. Auch Thüringens FDP-Generalsekretär Patrik Kurth mischte sich in den Personalzank ein und sagte der Leipziger Volkszeitung, man müsse Rainer Brüderle auf dem Dreikönigstreffen sprechen lassen. Brüderle sei „einer der stärksten Redner der FDP“ und man müsse nun „aus allen Rohren schießen“.

    Und mit welchen  Themen möchte man die Rohre beladen? Auf „programmatisch-inhaltliche Feinheiten“ komme es nicht so an, zeigte sich Kurth gewiss. Also: Ein bisschen Steuern senken, und der Rest ist Hoffen und Bangen? Fast ahnt man schon die Schlangen neuer potenzieller Mitglieder vor der Parteizentrale — der Piratenpartei. Hierher zieht es nämlich viele ehemalige FDP-Mitglieder – weil die Piraten Inhalte vertreten, die früher eindeutig Spielplatz der Liberalen waren: Bürgerrechte und Freiheit im Internet. Plant die FDP also wirklich ein „weiter so“, nur etwas lauter? Schon nächstes Dreikönigstreffen wird man sehen, ob es geklappt hat.

    Geschrieben für Yahoo! Nachrichten