Schmetterlinge, Boote, Raumschiffe

In der „Traumkunststation Frida“ entwerfen Kinder-Konstrukteure Archen aus Ton, um der Welt den Rücken zu kehren (04.02.04) Von Lars Dittmer „Umwelt, Steuern, Abfall, Mücken …“ es gäbe ja genug Gründe, um von der Erde zu fliehen. Darüber herrscht in der „Traumkunststation Frida“ momentan Einigkeit. In dieser Woche treffen sich im Rahmen des Winterferienprogramms 12 junge Ingenieurinnen und Ingenieure zwischen 5 und 14 Jahren, um zusammen mit Barbara Illmer, der künstlerischen Leiterin der Gruppe, aus Ton ein geeignetes Fortbewegungsmittel zu diesem Zweck zu entwerfen. In den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 4. Februar 2004

Täglich von 9Uhr bis 16Uhr dauert der „Arbeitstag“ – zwischendurch gibt es natürlich Gelegenheit, sich zu stärken. Wichtig ist Barbara Illmer, dass die Kinder sich zu sozialen Fragestellungen Gedanken machen – wen oder was die Kinder mitnehmen würden, gesetzt dem Fall, man verlasse die Erde auf einer Arche – und dies dann kreativ umsetzen. Nach den Gründen gefragt, die einen dazu bewegen könnten, nennen die Kinder neben den erst genannten Motiven durchaus auch die mangelnde Sicherheit in den Städten.

Kinder beim Basteln in der Traumkunststation

„Meine Eltern trauen sich kaum, mich allein raus zu lassen“, beklagt die 10-jährige Luise. Der achtjährige Oskar möchte die Erde verlassen, „damit ich endlich mal was alleine unternehmen kann“. Eine kaputte Umwelt ist für viele Kinder ein wichtiger Grund, die Arche zu besteigen, dennoch stehen Tiere nur selten auf der Liste der Dinge, die unbedingt auf die Arche gehören. Oskar nimmt das seiner Meinung nach wichtigste Säugetier mit, den Menschen. „Schließlich wurden alle Menschen mal gesäugt.“

Bevorzugt Zutritt in die Arche erhalten die Familien und deren Familienhäuser, beste Freunde und Freundinnen. Der 8-jährige Vincent möchte auf die Segnungen der Technik nicht verzichten – insofern sind für ihn ein Computer mit Internet, eine Playstation und ein Handy unerlässlich auf der langen Reise. Ebenso verschieden wie die Gründe, das Ton-Gefährt zu bauen, sind die Archen selbst. Die Kinder können hier ihrer Phantasie freien Lauf lassen und mit unterschiedlichen Tonsorten basteln. Auch die Vorstellungen über die perfekte Arche sind ganz unterschiedlich: werden an einigen Werkbänken ganz klassisch Boote und Schiffe gefertigt, entstehen an anderen phantasievolle Schmetterlinge bis hin zu Raumschiffen, die sich allerdings „in ein Schiff verwandeln können“, wie Konstrukteur Vincent versichert.

Die Kinder gehen sehr unterschiedlich mit der Thematik um, sagt Barbara Illmer. Neu sei sie allerdings niemandem. Im Kindergarten oder in der Vorschule haben die Kinder alle schon einmal von Noahs Arche gehört. Je nach Schnelligkeit des jeweiligen Bootsbauers werden die Vehikel dann coloriert und bedürfen danach einer 2- bis 3-wöchigen Trockenperiode. Bevor die Kinder ihre Arbeiten mit nach Hause nehmen können, werden sie in einer Ausstellung im Markt Center in der Breiten Straße zu sehen sein.

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