In der „Traumkunststation Frida“ entwerfen Kinder-Konstrukteure Archen aus Ton, um der Welt den Rücken zu kehren (04.02.04) Von Lars Dittmer „Umwelt, Steuern, Abfall, Mücken “ es gäbe ja genug Gründe, um von der Erde zu fliehen. Darüber herrscht in der „Traumkunststation Frida“ momentan Einigkeit. In dieser Woche treffen sich im Rahmen des Winterferienprogramms 12 junge Ingenieurinnen und Ingenieure zwischen 5 und 14 Jahren, um zusammen mit Barbara Illmer, der künstlerischen Leiterin der Gruppe, aus Ton ein geeignetes Fortbewegungsmittel zu diesem Zweck zu entwerfen. In den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 4. Februar 2004
Autor: admin
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Alles Neu! Willkommen zu meiner Page! Welcome!
Liebe Besucher! Ursprünglich brauchte ich nur eine seriöse, schöne Email-Adresse für Bewerbungen. Mein Name war bei Gmail bereits vergeben. Also besorgte ich mir eine Domain, und legte mir eine schicke selfmade-mäßige Email-Adresse zu. Wenig lukrativ, zumal diese wohl so manchen Onliner verleiten musste, mal nachzugucken was da wohl online noch so lagert. Jep: Nichts. Doch nicht länger: Denn Lars Dittmer geht online!
Meine Site wird in zwei Teile aufgeteilt sein: Geschichten und Artefakte. Unter „Geschichten“ kann man sich bereits erschienene journalistische Artikel sowie englische Hausarbeiten von mir zu Gemüte führen, unter „Artefacts“ werd ich ab und an Blog-Artikel veröffentlichen. Diese Page ist noch in der Mache, wird aber nach und nach bestückt. Und da es gerade an die 45 Grad in meiner Wohnung haben muss, überlass ich Euch jetzt mal diesen ersten Eindrücken. Schreibt mir gerne, was Euch daran auffällt…nichts allzu kritisches bitte! 😉
Dear Visitors! Originally I only needed a new email address – thats why I bought a domain. Now that I had a domain, I could not let it starve without any contents. Lots of work for an email address. But here we go! Lars Dittmer is online! Under „articles“, you can browse journalistic articles and English term papers I have written, under „artefacts“ I will sometimes come up with some some blog entries. Still under construction of course. Now enjoy this page!
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Auf zum Mars
GUTEN MORGEN Glosse in den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 29. Januar 2004 von Lars Dittmer
Erwachsene, seriöse Wissenschaftler liegen sich in den Armen – kichernd wie Schulkinder. Wo es das noch gibt, erfährt man staunend in der Morgenzeitung: In Darmstadt, genauer gesagt im Raumflugkontrollzentrum der Weltraumagentur Esa, wo die versammelte europäische Planetenforschergemeinschaft jedes neue Bild ihres Mars Express von unserem roten Nachbarn korkenknallend empfängt. Und die Bilder haben es in sich: Schroffe, felsige Kraterlandschaften mit tödlichen Bodenspalten, gewaltige Plateaus über die zerstörerische Staubstürme bei minus 40 Grad hinweg fegen, da versteht man doch den Jubel der Wissenschaftler. Bei uns hingegen ist alles langweilig: Öde Winterlandschaften mit tristen Schneemännern und nervigen Winterstürmen. Und auch noch saukalt. Auf dem Mars müsste man sein. Ihre PNN

Der rote Planet – so gesehen in Futurama (Screenshot) -
Jeans auf Abwegen
Artikel in den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 28. Januar 2004 von Lars Dittmer //Auswüchse der Kleidungsindustrie im globalkritischen Film beim „globale 04“-Festival im Filmmuseum (28.01.04) Die letzte Veranstaltung des „globale 04“- Festivals im Filmmuseum stand ganz im Zeichen von Kleidung und der Jeans. Von Levi Strauss derzeit noch als Nutz- und Arbeitskleidung ersonnen, ist die Jeans heute ein in allen Variationen auftretendes Lifestyleprodukt und bedeutet mithin ein Milliardengeschäft für internationale Konzerne.
Lediglich die Grundzutat ist noch die Gleiche wie damals: Baumwolle. Die Globalisierungskritiker von Attac Potsdam und der Verein Twende Pamoja (kisuaheli: zusammen gehen), der Begegnungsreisen mit dem Baumwollexporteur Tansania veranstaltet, taten sich für einen Themennachmittag zusammen um Otto-Normal-Shopper über wenig bekannte und teils absurde Tatsachen bei der Fabrikation unseres Alltag-Zwirns zu informieren.

Auch zu Straussens Zeiten war Kleidung schon umkämpft (foto:Screenshot) Twende Pamoja hatten Schautafeln aufgestellt, über denen man beispielsweise den langen Weg einer Jeans von den Baumwollplantagen Ostafrikas bis hin zum Boutiquentisch in Berlin-Mitte nachvollziehen konnte. Das Exempel legte elf Stationen quer über den Erdball zurück und machte dabei skurrilerweise auch mal in Griechenland Station, nur um „steingewaschen“ zu werden. Auch die zunehmend kommerzialisierte Altkleidersammlung wurde kritisch unter die Lupe genommen. „Viele Menschen, die guten Willens Kleidung in Container werfen, wissen nichts über den langen Weg, den ihre Spende vor sich hat“, sagt Michaela Blaske von Twende Pamoja. Kleidung erster Wahl werde dabei von Organisationen wie dem Roten Kreuz über Holland nach Osteuropa verschickt, Kleidung zweiter und dritter Wahl komme nach Afrika und dann auch in Länder wie Tansania, in denen sie ihren Ursprung hat.
Dort werde sie von Zwischenhändlern verkauft, die die Spenden zu Geld, und so Blaske, einen „gehörigen Reibach“ machen. In den jungen afrikanischen Ländern komme die Mode aus dem Westen sehr gut an und verdränge die klassische afrikanische Kleidung, die „Kangas“, wie sie in Tansania heißen. „Die Bekleidungsindustrie Tansanias ist faktisch tot“, beklagt Michaela Blaske, „die afrikanischen Länder geraten da auch in unerwünschte Abhängigkeiten.“ Twende Pamoja wolle auch nicht erreichen, dass Menschen nichts mehr spenden, sondern lediglich darüber informieren, dass es auch Alternativen dazu gebe. Beispielsweise die Firma Oxfam, die im Rahmen ihres Projekts „Überflüssiges flüssig machen“ Kleiderspenden verkaufe und das Geld in afrikanische Wasserprojekte investiere. „Es geht auch transparent“, versicherte Michaela Blaske.
Der von Attac Potsdam gezeigte Film „Cottonmoney und die globale Jeans“ von Peter Heller veranschaulichte am Beispiel Tansanias den Niedergang der ostafrikanischen Baumwollindustrie. In den Siebzigern hatte der damals staatlich unterstützte Sektor dem von Julius Nyerere regierten Land zu bescheidenem Wohlstand verholfen; die in den achtziger Jahren an Zugkraft gewinnende Globalisierung vernichtete diese Ansätze allerdings zu weiten Teilen und fegte den Reformsozialisten Nyerere aus dem Amt. Die groteske Szene, in der ein ruinierter Baumwollbauer aus einem kleinen ostafrikanischem Dorf eine Pariser Modenschau kommentierte, die ihm auf Video gezeigt wurde, löste in den Kinoreihen vereinzelt verkrampftes Lachen aus. Zweifellos wurden vor so manchen heimischen Spiegeln diesen Abend Adidas-Schuhe zum Politikum. Obwohl der Kinosaal nur etwa halb gefüllt war, zog Steffen Kühne von Attac Potsdam insgesamt ein positives Resümee über die „globale 04“, die überwiegend von jungen Leuten besucht wurde. Lars Dittmer
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„Mein erster Filmkuss war aufregend“
Jeanette Biedermann verabschiedete sich gestern aus ihrer GZSZ-Rolle und hat neue Karriere-Ziele vor Augen (22.01.04) Von Michael Kaczmarek und Lars Dittmer. Alle sind sie gekommen, um Jeanette Biedermann gestern aus ihrer Rolle als Marie Balzer bei GZSZ zu verabschieden: 7 Schauspielerkollegen, 21 Journalisten und 8 Fans. Artikel aus den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 22. Januar 2004
„Ich werde nicht mehr ,Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ kucken. Und überhaupt glaube ich, dass die Einschaltquoten jetzt sinken werden“, ist der 16-jährige Jeanette-Fan Lars überzeugt. Auch die 20-jährige Kerstin ist unglücklich, dass Jeanette aufhört. „Aber es gibt ja Gott sei dank noch ihre Konzerte. Da gehe ich auf jeden Fall hin“, erzählt Kerstin. Während die Fans von dem Pressetermin erfahren hatten und auf dem Gelände der Babelsberger Filmstudios auf Jeanette warteten, kam die 22-Jährige aus ihrem letzten Serien-Dreh und lies sich zusammen mit ihren Kollegen ablichten: Einzelfotos, Gruppenfotos, mit Blumenstrauß und ohne.
Das Shooting mit Jeanette, die zum letzten Mal in Folge 2931 am 11. März zu sehen sein wird, geht weiter und Kollege Frank-Thomas Mende alias Clemens Richter erzählt vom GZSZ-Alltag: „Die Kollegen kommen und gehen“, erzählt das GZSZ-Urgestein. Er selbst bezeichnet sich als die Quelle der erfolgreichen RTL-Vorabendserie. „Vor zwölf Jahren habe ich den ersten Satz gesprochen und ich weiß, dass keiner von uns unersetzbar ist.“ Für ihn ist klar, dass es auch ohne Jeanette weiter gehen wird. Aufgefallen sei ihm kürzlich, dass er kurioser Weise zwei Hauptdrehs mit Jeanette hatte: kurz vor ihrem ersten neunmonatigen Ausstieg vor einem Jahr und eben diesmal. „Es hat einen riesigen Spaß gemacht mit ihr zu drehen. Und ihre Professionalität hat mich beeindruckt“. Egal wie viele andere Termine sie auch gehabt habe, sie sei immer pünktlich am Dreh-Set erschienen.
An ein zweites Come-back glauben derweil nur die Fans – für Jeanette steht das nicht auf dem Plan und auch Mende kann sich das nur schwer vorstellen. „Ich kenne ihre Pläne und wenn sie nur die Hälfte von dem erreicht, dann hat sie für die nächsten Jahre ausgesorgt.“ Und tatsächlich erzählt Jeanette nachdem die letzten Kameras ausgehen und die Fotografen weitergezogen sind, dass sie sich mit ihrem Ausstieg vor allem auf ihre neue Karriere einstellt. „Ich habe so viele Film- und Kinorollen angeboten bekommen, konnte sie bisher aber wegen meiner GZSZ-Rolle nicht annehmen.“ Das werde sich nun ändern. Bereits im Juni steht sie wieder vor der Kamera – diesmal nicht als Serien-Star, sondern als Filmsternchen. Welche Rolle sie spielen wird und für welchen Sender sie sich verpflichtet hat, bleibt aber vorerst top secret. Neben der Schauspielerei will Jeanette auch ihre musikalische Karriere vorantreiben und geht dafür ab Ende Februar auf ihre „Break on through“-Tour. Am 6. April kommt sie dabei auch nach Berlin in die Arena Treptow.
Angemeldet haben sich neben den Fans auch die GZSZ-Kollegen. „Ich hoffe auf eine Einladung zum Konzert und werde garantiert mit den anderen auch hingehen“, erzählt Mende. Potsdam steht zwar nicht auf dem Tour-Programm von Jeanette, dennoch will sie der Stadt, die ihr ans Herz gewachsen ist, treu bleiben. „Es ist wunderschön hier. Das Holländische Viertel ist ein Traum, auch zum Einkaufen.“ Die ganze Gegend sei einfach klasse und zum Essen gehen sei Potsdam auch eine besonders empfehlenswerte Adresse. „Ich hoffe, dass ich auch zukünftig die Zeit finde, mich ins Auto zu setzen und einfach nach Potsdam zu kommen“, sagt Jeannette. Dass sie nicht nur Potsdam, sondern auch ihre Serien-Kollegen verabschiedet, trägt sie ebenfalls mit Fassung. „Ich verlasse sie ja nicht für immer. Von allen, die mir wichtig sind, habe ich die Telefonnummer.“ Niemand hindere sie ja daran anzurufen und sich zum Essen zu verabreden. Einziges Hindernis könnte die Zeitknappheit sein, denn Jeanette will sich nicht nur als Schauspielerin und Sängerin profilieren. „Ich denke auch über eine eigene Mode-Linie nach.“ Doch Genaueres wird auch hier noch nicht verraten. „Das dauert noch.“
Bis dahin tröstet sie ihre Fans mit Merchandising-Artikeln, die sie mit einer Bekannten zusammen kreiert hat. „Das sind zum Beispiel Schmuck, Jacken oder Taschen.“ Vor ihrer Premiere als Modeschöpferin ist sie aber doch etwas nervös. „Erst mal schauen, ob das meine Fans mögen werden.“ Was in den Jahren seit ihres GZSZ-Debüt im April 1999 hinter der Bühne alles passiert ist, bleibt das Geheimnis von Jeanette. An die wohl aufregendste Situation kann sie sich aber noch heute lebhaft erinnern: „Da stand der erste Filmkuss auf dem Programm und mir war das so peinlich, dass ich fünf Tic-Tac-Packungen vorher leer gemacht habe.“ Anstatt aber nur einen frischen Atem zu verbreiten, stellte sich ein leichtes Völlegefühl ein. „Ich musste rülpsen und die anderen haben Tränen gelacht.“
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Naturfrevel im Park Sanssouci
Mehrere Efeu-Pflanzen durchgesägt/ Täter vermutlich selbst ernannte Umweltschützer (24.01.04) von Lars Dittmer. Im Park Sanssouci wurden letzte Woche einige Efeu–Pflanzen mutwillig beschädigt. Eberhard Bergner, der Bereichsleiter des Parkreviers 1 Sanssouci-West, bemerkte während seiner Arbeit am Donnerstag unweit der Fasanerie, dass an sechs Bäumen im unteren Bereich die Efeu-Ranken ganz frisch, vermutlich mit einer Stichsäge, zersägt worden waren.Artikel in den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 24. Januar 2004
Laut Bergner müsse die Tat in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geschehen sein. Anzeige wurde bereits erstattet und die Polizei führte Donnerstagmittag eine Spurensicherung durch. „Das ist ein Fall von mutwilliger Zerstörung“ empört sich auch Dr. Matthias Hille, der Abteilungsleiter Naturschutz des Landesumweltamtes Brandenburg. Betroffen seien in erster Linie wegbegleitende Bäume in einem Areal, das erst kürzlich wieder nach historischen Plänen Peter Joseph Lennés durch Wege erschlossen worden war.
Die Motive der Täter sind unklar, Bergner vermute jedoch selbst ernannte Naturschützer hinter der Tat, die in dem Glauben handelten, den Bäumen dadurch etwas Gutes zu tun. Paralellen zwischen dieser Tat und einem anonymen Brief, den Bergner letztes Jahr erhalten hatte indem Efeu als Schmarotzer und als Baumkiller bezeichnet wurde, schloss er nicht aus. Die Vorwürfe lösten bei ihm allerdings Kopfschütteln aus. „Hier wurde aufgrund von Unwissenheit schon viel zerstört“, sagte Bergner und wies darauf hin, dass erst letztes Jahr an mehreren Bäumen der Efeu heruntergerissen und -geschnitten worden war.
Wie Bergner betonte, ist Efeu jedoch entgegen weitverbreitetem Irrglauben kein Parasit und beschädigt die Bäume an denen er sich hochschlängelt keineswegs. Die Kletterpflanze ist weder fähig, Bäume zu „erwürgen“ noch benutzt er sie als Wirtspflanzen. Efeu versorgt sich über sein eigenes im Boden verankertes Wurzelsystem mit Wasser und Nährstoffen und ist aufgrund des Blattgrüns zur normalen Photosynthese fähig. Eine immense Vielfalt von Arten findet darin Schutz, Nahrung und eine Lebensstätte. Neben Amseln und Singdrosseln zählen auch Insekten dazu, insbesondere Bienen ist Efeu eine wichtige Nektarquelle. Obendrein galt das wertvolle Gewächs schon in der Antike als Heilpflanze und erlebt derzeit in der Naturheilkunde und der Homöopathie eine Renaissance. lad
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Putt, putt, putt!
Putt, putt, putt !
GUTEN MORGEN (17.01.04) Glosse in den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 17. Januar 2004 von Lars Dittmer
Jetzt ist es also raus: Es gibt Vogelarten, die so intelligent sind wie Affen und Delfine, wenn nicht sogar noch schlauer. Fähigkeit zu Werkzeuggebrauch, Sprachverständnis, Ich-Bewusstsein – dies und vieles mehr glauben findige Wissenschaftler bei verschiedenen Sorten Piepmätzen festgestellt zu haben – einem besonders cleveren Flattermann im australischen Busch wird sogar nachgesagt, er hätte eigenhändig (eigenkrallig?) ein Feuer expandieren lassen um dann das flüchtende Kriechzeug einzusammeln. Unter diesen Neuigkeiten muss unser Zusammenleben mit dem gewieften Federvieh neu bewertet werden. Nestbau in der Stadt – Infiltration des menschlichen Lebensraumes? Umzingeln der Krumen streuenden älteren Dame im Park? Vermutlich. Also, für den Fall: Ruhig bleiben, den Tieren gut zureden und möglichst viele von Ihnen in Schachpartien verwickeln! Ihre PNN
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Schüler im Einheitslook
CDU will in Potsdam Schuluniformen einführen/Nicht alle Jugendlichen sind dagegen (10.01.04) Von Nicola Klusemann und Lars Dittmer Um dem „Trend- und Markenwahn“ unter Kindern und Jugendlichen entgegen zu wirken, will Potsdams CDU-Fraktion jetzt „schulspezifische, einheitliche Schulkleidung“ einführen. Artikel in den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 10. Januar 2004
Für einen entsprechenden Prüfauftrag an die Verwaltung, wollen die Christdemokraten in der kommenden Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit gewinnen. Selbstverständlich könne man alles prüfen, erklärt Dietmar Weiberlenn, im Schulverwaltungsamt für die Organisation der Schulträger verantwortlich. Allerdings geschehe die Einführung von Schuluniformen immer nur auf freiwilliger Basis. Einen Zwang könne es nicht geben. Für eine Anordnung von einheitlicher Schulkleidung, so Weiberlenn, gebe es keine gesetzliche Grundlage. Bei einer Prüfung müssten deshalb alle Schulen in der Landeshauptstadt angeschrieben werden. Die Einrichtungen wiederum würden dann Elternbefragungen durchführen, um Tendenzen herauszulesen. Diese könnten dann den Stadtverordneten übermittelt werden, aber nicht schon im März, wie es sich der CDU-Antragsteller Steeven Bretz wünscht. „Wir brauchen Zeit bis Mai“, schätzt der Bereichsleiter Schulorganisation.

Gute Stimmung trotz Einheitslook – malaysische Schülerinnen (Quelle: Wikipedia) Neu sei die Schuluniform-Idee für Potsdam nicht, so Weiberlenn. Die Leitung der Voltaire-Gesamtschule habe einen solchen Vorstoß bereits unternommen, sich aber nicht durchgesetzt. „Dieser Antrag ist ebenso unsinnig wie alt“, sagt der PDS-Kreisverbandsvorsitzende und Mitglied im Jugendhilfeausschuss, Jura Schöder. Außerdem gebe es genug Beispiele aus anderen Ländern, die bewiesen, dass Schuluniform keineswegs das Statusdenken aufheben. Mit PDS-Stimmen für seinen Antrag dürfe Bretz jedenfalls nicht rechnen, so Schöder. Potsdams Schulen hätten genug andere Probleme, als dass die sich auch noch mit dem Thema einheitliche Schulkleidung herumschlagen müssten, reagierte Klara Geywitz von SPD spontan auf den Vorschlag der CDU. Die Sozialdemokratin denkt dabei vor allem an den erheblichen Sanierungsrückstand vieler Schulen, den dramatischen Rückgang der Schülerzahlen und dem damit verbundenen zurzeit in der Diskussion befindlichen Schulentwicklungsplan. Mit Sorge beobachte er, dass sich Kinder, Jugendliche und Heranwachsende über Kleidung bewerteten und ausgrenzten, begründet Bretz seinen Prüfauftrag.
Dem widersprechen einige von den PNN befragte Schülerinnen und Schüler des Helmholtz-Gymnasiums. Ausgrenzung an ihrer Schule sei eher die Ausnahme, lautet die einhellige Einschätzung. Trotzdem halten ein paar der Befragten im Alter zwischen 13 und 18 Jahren die Einführung von Schuluniformen für keine so schlechte Idee. „Allerdings nur, wenn die Kleidung nicht völlig altmodisch ist“, verweist eine Abiturientin auf Faltenröcke und weiße Blüschen, wie die in England oder auch in der Türkei üblich sind. „Schön sollte die Uniform schon sein“, erklärt sie mit Nachdruck. Manchen ist die Wahl, ob Schulkleidung ja oder nein, eher egal. Andere wägen gar nicht ab, sondern sind strikt gegen einheitliche Kleidung an der Schule. Schließlich sei man ja nicht bei der Bundeswehr, argumentiert ein 16-Jähriger. Eine Schuluniform helfe nicht bei der positiven Vereinheitlichung, glaubt seine Mitschülerin. Wenn ein reicher Schüler nicht mit seinen Klamotten prahlen könne, dann mache er das eben über Schmuck, Handy oder Discman, glaubt sie. Eine stärkere Identifikation mit der eigenen Schule will die CDU außerdem mit ihrem Vorschlag erreichen. So könnten Logos der Schule auf der Uniform zur Identifikationsbildung beitragen und „positiv auf die soziale Entwicklung wirken“, so Bretz. Es gehe hier aber nicht um ideologisch geprägte Ansätze, betont der Antragsteller. Man wolle vielmehr eine konstruktive und offene Diskussion.
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Erster Biobäcker in Potsdam
BioBackHaus in der Innenstadt eröffnet – reges Interesse, von Lars Dittmer (09.01.04)„Bio“ ist eines der erfolgversprechendsten Labels in der modernen Lebensmittelbranche. In Zeiten von BSE und gentechnisch veränderten Lebensmitteln sucht der Verbraucher sichere und gesunde Ernährungsalternativen. In den Potsdamer Neueste Nachrichten vom 9. Januar 2004
Dieser Entwicklung trägt die Eröffnung des „BioBackHauses“, des ersten Potsdamer Biobrotanbieters in der Friedrich-Ebert-Straße 83 Rechnung. Seit dem gestrigen Donnerstag können sich ernährungsbewusste Potsdamer hier für ihr Frühstück eindecken. „Viel zu viele Eltern geben heute ihren Kindern fertige Frühstücksriegel in die Schule mit“, beklagt Bäcker Hans Leib, Gründer und Geschäftsführer des BioBackHauses.
Hier möchte seine Dependenz, die siebente im Berliner Umfeld, eine Alternative schaffen: Mit rund zwanzig Sorten Brot und Brötchen über Säfte und Müsli bis hin zu Kuchen und Pizzen in Bio-Qualität, bleiben kaum Wünsche offen. Bei der Bestellung von Biofeldern werde auf Herbizide und chemische Düngung verzichtet, die Backwaren wanderten ganz ohne Zusatzstoffe über den Ladentisch. Dies gebe den Lebensmitteln ihre besondere Güte, mache sie aber auch teurer im Vergleich zu herkömmlichen Produkten. Eine PNN-Befragung vor der Bäckerei ergab, dass viele Kunden gerne tiefer in die Tasche greifen, wenn sie sich dann auch sicher sein können, unbedenkliche und gesunde Kost zu erhalten.
Hans Leib macht sich trotz sinkender Kaufkraft der Konsumenten keine Sorgen. „Das Ernährungsbewusstsein der Leute ist gestiegen“, meint er, „der Biomarkt hat Zukunft.“ Das rege Interesse der Potsdamer am Eröffnungstag scheint ihm Recht zu geben. Neben dem Tortenanstich gab es Kaffee und Kostproben für die Kunden und es wurde ein Quiz veranstaltet. Auch Kommunal-Politiker wie Marie-Luise v. Halem und Peter Schüler (beides Bündnis 90/Grüne), gratulierten Hans Leib zu der Eröffnung. lad



