Eine jüngst ausgestrahlte Doku des Senders ABC berichtet über die Operationen des Papierkonzerns APRIL auf Sumatra – mit Segen der Regierung wird geholzt ohne Rücksicht auf lokale Communities
Trotz aller Verpflichtungen und Versprechungen – die Regenwaldvernichtung durch den Papierkonzerns Asia Pacific Resources International Ltd (APRIL) auf Sumatra geht weiter. Eine jüngst von dem australischen Sender ABC ausgestrahlte Doku berichtet von „Zerstörung in einer ungeahnten Intensität und Geschwindigkeit“. Der Konzern genießt dabei die Unterstützung der Regierung und bricht sowohl ein Moratorium wie auch Klimaschutzverpflichtungen.
“Ich habe Konzerne in Afrika und am Amazonas Regenwald roden sehen, aber die hochtechnisierte Massenvernichtung durch APRIL ist schon erschreckend”, sagt Bill Laurance, ein Wissenschaftler der australischen James-Cook-Universität. Allein dieses Jahr plane der Konzern die Zerstörung von rund 70.000 Hektar einzigartiger Regenwälder – um dort Plantagen zu errichten.
“Das sind unberührte Wälder, die in Monokulturen umgewandelt werden, in exotische Bäume, die nach vier oder fünf Jahren wieder abgemäht werden – wie Gras. Das ist keine nachhaltige Waldwirtschaft, das ist eine ökologische Apokalypse.“
Während die Dokumentation das REDD-Programm (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) nicht erwähnt, ist doch einer der Drehorte die Kampar-Halbinsel, wo APRIL ein REDD-Projekt vorgeschlagen hat. Das UN-Programm sieht bei Projekten stets die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung mittels eines freien, vorhergehenden und informierten Konsensus vor. Auf der Halbinsel wurde niemand gefragt – die Rodungen gingen einfach los.
Nicht einmal die Gebiete, die laut APRIL nicht angetastet werden, haben eine große Chance, weiter CO2 in ihren Böden zu speichern, prophezeit Lafcadio Cortest vom Rainforest Action Network. „Die werden hier den Wasserspiegel senken. Das hat massiven Einfluss auf den Boden und das gesamte Ökosystem.“
In der Gegend um Pulau Padang ist als Reaktion auf APRIL’s Operationen Gewalt ausgebrochen. Eine für den Konzern arbeitende Firma hat einen Mitarbeiter verloren – der Mann wurde während der Rodungsarbeiten erstochen und verbrannt. Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen hat den Papierkonzern angesichts der überlappenden Gebietsansprüche aufgefordert, die Operationen einzustellen und sämtliches schweres Gerät zu räumen.
Das von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono unterzeichnete Rodungsmoratorium trat im Mai 2011 in Kraft – auf die Tätigkeiten des Konzerns hat dies offenbar keinen Einfluss. Ganz im Gegenteil betont David Kerr, der bei APRIL zuständige Manager: „Unsere Arbeit verläuft stets verantwortungsvoll und in steter Abstimmung mit der Regierung. Die Regierung möchte weiter Waldgebiete entwickeln und es gibt Firmen, die das weitaus schlimmer machen als wir.“
Nicht die konventionelle Landwirtschaft kann den Hunger einer wachsenden Weltgemeinschaft stillen, sondern der Ökolandbau. Dies weisen die Vereinten Nationen in einem kürzlich erschienen Bericht nach, der sich auf aktuelle Studien beruft. Binnen zehn Jahren, so das Papier, kann die Nahrungsproduktion verdoppelt werden – und dies nachhaltig und mit durchweg positiven Effekten speziell in den ärmsten Ländern.
“Die konventionelle Landwirtschaft bedarf teurer Energiezufuhr, heizt die Erderwärmung an und ist anfällig für Klimaschocks”, sagte Olivier De Schutter, UN-Sonderbeauftragter für das Recht auf Ernährung und Autor des Berichts. Neue wissenschaftliche Studien zeigten, dass ökolandwirtschaftliche Methoden dem Einsatz von chemischen Düngern in jeder Hinsicht überlegen seien, speziell in ungünstigen klimatischen Lagen und Terrains.
„So zeigten Ökolandbauprojekte in 57 Entwicklungsländern einen durchschnittlichen Anstieg der Ernteerträge um 80 Prozent, in Afrika allein sogar um 116 Prozent“, so De Schutter. In 20 afrikanischen Ländern konnten die Erträge sogar binnen lediglich 3 bis 10 Jahren verdoppelt werden.
Malawi etwa hatte vor einigen Jahren noch ein gewaltiges Subventionsprogramm für chemische Dünger auf den Weg gebracht. Nun wird verstärkt in den Ökolandbau investiert. Ergebnis: Die Maisernten sind von 1 Tonne auf 2 bis 3 Tonnen pro Hektar gestiegen – rund 1,3 Millionen bitterarme Menschen profitieren.
Je mehr in das Wissen der Farmer investiert wird, desto mehr verzichten sie auf Pestizide, heißt es in dem Papier. So haben eine Reihe von Ländern den Einsatz von Pflanzengiften in Reis- und Baumwollplantagen massiv zurück gefahren. Mit verheißungsvollen Resultaten: China, Indien und Pakistan verzeichneten 4 bis 14 Prozent höhere Erträge in der Produktion von Baumwolle.
Durch den Einsatz von natürlichen Mitteln – geeigneten Bäumen, Pflanzen und Insekten – kann auf Pflanzengifte und chemische Dünger im Anbau komplett verzichtet werden. Die Böden werden so geschont und können mehr produzieren. Doch auch die Ressourcen des Farmers werden geschont. Natürliche Dünger werden auf der Farm produziert, ein teurer Zukauf von chemischen Zusätzen ist überflüssig. Entscheidend sei das Know-How: „Ökolandbau ist wissensintensiv“, sagte De Schutter.
So sei es besonders an Staaten und Multiplikatoren, das Wissen im Ökolandbau an die Farmer zu vermitteln und durch geeignete Politiken zu fördern. „Die Unterstützung lässt derweil noch zu wünschen übrig“, beklagt De Schutter. „Dabei werden wir im Jahr 2050 9 Milliarden Menschen ernähren müssen. Spätestens bis dahin müssen wir die effizientesten Landbaumethoden massentauglich gemacht haben.“
Foto: Erdnussernte in einem Studienprojekt in Malawi. (Foto: Wikipedia, creative common license)
Indonesia Forestry Ministry issues decree allowing orangutan release in restored timber concession forest Press Release by BOS Germany, translation and editing by Lars Dittmer
Bogor, Indonesia, 20 Aug 2010: The Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF) announced today that it would, for the first time in 9 years, release a rehabilitated captive orangutan back into the wild. The long-awaited release was finally facilitated by the issuance of a special Ministerial Decree by the Indonesian Forestry Minister dated August 18, 2010, which will allow the release of the orangutan into a former timber concession restored into natural forest by PT Orangutan Habitat Restoration Indonesia. The restored forest is located in the East Kutai district of East Kalimantan, Indonesia.
Releases in Indonesia ahead
PT Orangutan Habitat Restoration is a forest rehabilitation company established by BOSF for the purpose of creating a suitable area to release rehabilitated orangutans currently living in BOSF rehabilitation centers in Kalimantan.
The release is the first step toward the release of all captive orangutans in Indonesia by 2015 as directed in December 2007 by the Indonesian government at Nusa Dua Bali. For the past 8 years BOSF has been unable to release rehabilitated orangutans back to the wild due to a lack of suitable habitat for the releases. The Forestry Ministry Decree has now, for the first time, opened the door for BOSF to begin releasing the formerly captive orangutans it has rehabilitated for survival in the wild.
The release area was selected because of its conditions are near perfect for the survival process for newly released orangutans. It is an 86,450 hectare site in which there is a low density of wild orangutans living in that forest area. Generally, around 30,000 hectares are required to support 250 orangutans. The topographical conditions in the restored forest area are near perfect, with an altitude of 750 meters above sea level and well-stocked with tree species which provide shelter and food for wild orangutans. It is also safe from human threats as the local inhabitants are highly supportive of the release program.
At the present time, BOSF has some 838 orangutans in its rehabilitation centers, with 612 in the Central Kalimantan Reintroduction Center in Nyaru Menteng and another 226 in the East Kalimantan Reintroduction Center in Samboja Lestari.
The historical release process began during a courtesy call by the Board of Trustees and Board of Directors in April of this year to then forestry minister Zulkifli Hasan, who voiced his full support for the BOSF release program. The August 18 Ministerial Decree is a direct outcome of that visit.
“Now we can begin to concentrate on the next step, the preparation of new habitats,” said BOSF CEO Togu Manurung. “There is still much that we have to do,” he added, “but at least this is a good start for all of us”, he concluded.
Manurung further said that the issuance of the decree was did a great service to the BOSF as it will allow the organization to begin to realize its goals. The first priority, he said , was the release of Bornean Orangutans into their natural habitat with the help of local populations.
“The government has now started the process of issuing permits for us to take control of suitable land for orangutan release,” said the BOSF Chairman of the Board of Trustees, Professor Bungaran Saragih, a former Minister of Forestry. “We must release all captive orangutans back into the wild. They have for too long been living in cages,” said Professor Saragih.
Pressemitteilung von BOS Deutschland: Endlich frei!
Nach 9 Jahren wildert die BOS Foundation den ersten rehabilitierten Orang-Utan im Regenwald Borneos aus: ein Dekret des indonesischen Forstministeriums macht den Weg frei für eine Auswilderung in einem wiederhergestellten Regenwaldstück, das früher Konzessionsgebiet eines Holzkonzerns war.
Bogor, Indonesien, 20. August 2010: Die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOSF) hat angekündigt, dass sie zum ersten Mal seit 9 Jahren einen rehabilitierten Orang-Utan auswildern wird. Die lange erwartete Freilassung wurde ermöglicht durch ein Dekret des Forstministeriums vom 18. August 2010, das als Zielgebiet ein wiederhergestelltes Regenwaldstück in Ost-Kutai, Ostkalimantan definiert. Bei dem Areal handelt es sich um das ehemalige Operationsgebiet eines Holzkonzerns, das von der BOS-eigenen Firma PT Orangutan Habitat Restoration (PT RHOI) in naturnahen Regenwald umgewandelt worden war.
Endlich frei! Borneo Orang-Utan beim kraxeln
„Die Regierung hat nun begonnen, uns Genehmigungen zu übertragen, die Kontrolle über geeignete Auswilderungsareale zu übernehmen“, sagte Professor Bungaran Saragih, Aufsichtsratvorsitzender der BOS Foundation und früherer indonesischer Forstminister. Das Auswilderungsgebiet weist nahezu perfekte Bedingungen für die Tiere auf. Es umfasst 86.450 Hektar, in denen nur wenige wildlebende Orang-Utans heimisch sind. Eine Population von 250 Orang-Utans benötigt ein Habitat von etwa 30.000 Hektar. Die topographischen Bedingungen in dem Gebiet sind exzellent; es liegt etwa 750 Meter über dem Meeresspiegel und verfügt über zahlreiche Baumarten, die Unterschlupf und Nahrung bieten. Eine Gefährdung durch Menschen besteht nicht – die heimische Bevölkerung zeigt große Sympathien für das Projekt und hat Unterstützung signalisiert.
Den Anstoß zu diesem historischen Prozess gab ein Besuch des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung der BOS Foundation im April diesen Jahres bei Forstminister Zulkifli Hasan. Der Minister sicherte zu, das Auswilderungsprogramm der BOS Foundation zu unterstützen. Das Dekret vom 18. August ist ein direktes Resultat dieses Treffens. „Der Beschluss des Ministeriums ist eine große Hilfe für die Arbeit der BOS Foundation“, so Togu Manurung, der Vorsitzende der BOS Foundation. „Wir können endlich unsere Ziele in Angriff nehmen. Das wichtigste davon ist, die Orang-Utan-Population Borneos in ihren angestammten Lebensraum auszuwildern – mit Hilfe der lokalen Bevölkerung.“
PT RHOI ist ein Unternehmen, das Wälder regeneriert. Es wurde von der BOS Foundation geschaffen, um geeignete Gebiete zur Auswilderung jener Orang-Utans zu schaffen, die sich derzeit in der Obhut von BOS befinden. Von den 838 Orang-Utans in ihrem Rehabilitationsprogramm leben etwa 612 in der Rehabilitationsstation Nyaru Menteng in Zentralkalimantan und 226 in Samboja Lestari in Ostkalimantan.
Die indonesische Regierung hat 2007 auf Nusa Dua, Bali, angekündigt, dass bis 2015 alle Orang-Utans, die sich momentan in Rehabilitationsstationen befinden, wieder im Regenwald leben sollen. In den vergangenen 8 Jahren konnte die BOS Foundation keine rehabilitierten Orang-Utans auswildern, weil die geeigneten Gebiete dazu nicht vorhanden waren. Mit dem Ministerialdekret hat Indonesien der BOS Foundation nun den Weg geebnet, die rehabilitierten Tiere in die Wildnis zu entlassen.
„Wir werden uns nun auf den nächsten Schritt konzentrieren, nämlich neue Habitate zu gewinnen“, sagte Manurung. „Es gibt immer noch viel zu tun, aber dies ist zumindest ein guter Start für uns.“
Der Agrarkonzern habe zwar keinen Primärregenwald gerodet, Sekundärwälder und Torfmoore aber schon – Greenpeace hält Beschuldigungen aufrecht – Artikel auf www.bos-deutschland.de
Mit lächelndem Kind sehen Ölpalmenplantagen gar nicht so tot aus, wie sie eigentlich sind – Eigenwerbung der PT Smart (Screenshot BOS Deutschland)
Die PR-Schlacht zwischen Greenpeace und dem indonesischen Konzern Sinar Mas geht in die nächste Runde. Wie das Magazin Mongabay.com berichtet, hatten Umweltschützer der Sinar-Mas-Tochter PT Smart vorgeworfen, Primärregenwald und Orang-Utan-Habitat für den Anbau von Ölpalmenplantagen zu roden. Eine jüngst erschienene, unabhängige Studie entlastete den Konzern zwar in diesem Bereich, zeigte aber, dass er Torfmoore gerodet hatte. Beide Seiten erklärten sich zum Sieger – ehemalige Geschäftspartner von Sinar Mas zögern indes, die Beziehungen wieder aufzunehmen.
„Die Studie bestätigt unsere Vorwürfe in großen Teilen“, sagte Bustar Maitar, Regenwaldcampaigner bei Greenpeace-Südostasien. „Es ging ganz klar daraus hervor, dass Sinar Mas Regenwälder und Torfmoore gerodet hat, und dies ohne die notwendigen Genehmigungen.“ Der Konzern habe erneut gezeigt, dass er etwas sage, und das genaue Gegenteil davon mache. Er zerstöre Torfmoore und nenne dies Wassermanagement. Er rode Wälder und nenne dies die Entwicklung von degradiertem Land, so Maitar.
Bei PT Smart sieht man die Ergebnisse der Studie naturgemäß etwas anders. „Die Studie hat bewiesen, dass die Beschuldigungen größten Teils haltlos sind. Smart ist nicht verantwortlich für die Rodung von Orang-Utan-Lebensraum in Indonesien, wie Greenpeace behauptet hatte“, hieß es in einer Erklärung des Konzerns, die Reuters vorliegt.
Ehemalige Geschäftspartner von PT Smart bleiben derweil skeptisch, zumal für die Studie lediglich 40 Prozent der Konzessionen des Konzerns untersucht wurden – die Plantagen in Neu Guinea etwa waren darin nicht berücksichtigt. Unilever erklärte, das Palmöl des Unternehmens nicht mehr zu kaufen, so lang der Konzern nicht das Siegel des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) erhält.
Quelle: Mongabay.com, Reuters, Lars Dittmer, BOS-Deutschland
Die schlimme Geschichte des Orang-Utan-Weibchens Pony berichtet Michelle Desilets im englischen Interview mit dem Magazin „Vice“, Übersetzung für die Webseite von BOS Deutschland von Lars Dittmer
Darf man vorstellen? Pony. Sie ist ein Orang-Utan-Weibchen aus einem kleinen Dorf auf Borneo, wo sie den gesamten Regenwald niedergeholzt haben, um Palmöl herzustellen, das ins Ausland verkauft wird, um zu Lippenbalsam, Speiseeis, Schokoladen und Käsekräcker verarbeitet zu werden.
Hat eine unbeschreibliche Horrorgeschichte hinter sich: Orang-Utan-Weibchen Pony
Vice Magazin: Bitte erzählen Sie uns die Geschichte von Pony.
Michelle Desilets (Begründerin von BOS UK und Vorstandsmitglied von BOS Deutschland):
Pony ist ein Orang-Utan aus einem Prostituiertendorf in Borneo. Als wir sie fanden, lag sie auf einer Matratze und war an eine Mauer gekettet. Sie war am ganzen Körper rasiert.
Ich möchte am liebsten heulen.
Wenn sich ihr ein Mann näherte, drehte sie sich um, präsentierte sich und begann, sich rythmisch zu bewegen. Sie wurde als Sexsklavin gehalten. Eine ältere Dame hatte sie über viele Jahre in Gefangenschaft gehalten – als wir Pony fanden, war sie etwa sechs oder sieben Jahre alt. Die ältere Dame war aber absolut nicht bereit, das Tier frei zu geben, denn alle liebten Pony und war sie war fester Bestandteil ihres Einkommens. Sie waren außerdem der Meinung, dass Pony ein Glücksbringer sei, da sie bereits richtige Tipps in der Lotterie gegeben habe.
Haben die Kunden denn realisiert, dass sie einen Orang-Utan bekamen?
Na klar, extra deswegen sind sie gekommen. Wenn sie wollten, bekamen sie einen Menschen, aber für viele Männer war es etwas Neues, mit einem Orang-Utan Sex zu haben. Gelegentlich rasierten sie Pony, was dazu führte, dass ihre Haut mit Pickeln übersät und gereizt war. Obendrein bekam sie ein Problem mit den Moskitos – weil sie ständig an den Stichen kratzte, wurden diese septisch und entzündeten sich. Sie hatten ihr Ringe und Halsketten angezogen – es war ein absolut hässlicher Anblick.
Wie habt Ihr sie da raus bekommen?
Wir haben über ein Jahr benötigt. Jedes Mal, wenn wir mit der Forstpolizei und örtlichen Polizeibeamten dort ankamen, wurden wir überwältigt von den Dorfbewohnern, die sie einfach nicht freilassen wollten. Sie haben uns dann mit Pistolen und Messern mit vergifteten Spitzen bedroht. Letztlich bedurfte es 35 Polizisten bewaffnet mit AK-47-Sturmgewehren und anderen Waffen, die in das Bordell stürmten und die Herausgabe des Menschenaffen forderten. Der Einsatz wurde von einem Filmteam aus der Gegend gefilmt. In der Szene, in der wir Pony von ihren Ketten befreien, hört man die ältere Dame im Hintergrund hysterisch kreischen: „Sie nehmen mir mein Baby weg, das könnt Ihr nicht machen!“ Es gibt keine Strafverfolgung dafür in Indonesien, daher wurden diese Leute rechtlich nie belangt für ihre Taten.
The Australian government has still not banned the import of wood from illegal sources. Other countries however act. Protest action via Facebook and BOS Deutschland in English and German by Sean Whyte, Maik Schaffer and Lars Dittmer
The Australian government permits the import of wood from illegal sources from the rainforests of Indonesia. Though the decision makers in the country are aware of this problem, nothing has been done to stop it yet.
a morning in the Indonesian rainforest – pic by Maik Schaffer
Illegal wood has been banned from the US two years ago and soon to be across all over the EU.
Bringing the import to Australia to a halt would be a great step to preserve the natural forests of Indonesia and the species that live there – still, Orangutans are killed for the profits of illegal loggers. Australia is in a geographically important position. A ban would massively contribute to environmental and climate protection efforts. For more information, please klick here.
The letter below is directed to Australian Senators. PLEASE JOIN AND SEND THE LETTER BELOW! Please add your name and your country if possible. On behalf of the suffering Orangutans, thank you!
If you live in Australia, why not start your own letter writing campaign with friends, schools etc? It would be a great help if you were to do so.
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Die australische Regierung erlaubt den Import von indonesischem Holz aus illegalem Einschlag. Obwohl sich die australische Regierung sich über das Problem bewusst ist, wurde bisher nichts unternommen um das zu unterbinden.
Illegal geschlagenes Tropenholz wurde vor zwei Jahren in den USA verboten und wird in drei Jahren auch in der EU verboten sein.
Den Import nach Australien zu unterbinden wäre ein großer Schritt zum Schutz der indonesischen Regenwälder und der dort beheimateten Arten, denn immer noch werden Orang-Utans für den Profit der illegalen Holzfäller getötet. Weiterhin befindet sich Australien in einer geographisch sehr wichtigen Position. Ein Einfuhrstopp wäre ein großer Erfolg für den Umwelt- und Klimaschutz. Weitere Informationen finden Sie hier.
Der untenstehende Brief ist an verschiedene australische Senatoren gerichtet. BITTE MACHEN SIE MIT UND VERSENDEN SIE EINE E-MAIL! Bitte versehen Sie den Brief nach Möglichkeit mit Ihrem Namen und dem Wohnort. Im Namen der leidenden Orang-Utans bedanken wir uns!
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All you need do is to cut/copy and paste the letter below into a regular email. It takes no more than two minutes to do.
Alles was Sie tun müssen, ist den untenstehenden Brief in eine E-mail zu kopieren. Sie werden nicht länger als zwei Minuten dazu benötigen.
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Subject matter/Betreff:
DO NOT FURTHER IGNORE THE SUFFERING OF ORANGUTANS!
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To:
The Hon. Peter Garrett
Minister for Environment, Heritage and the Arts
Dear Minister,
Australia needs to act now!
The impact of illegal logging is devastating the Indonesian rainforests and killing unique species like the orangutan that live there. The UN reports that in 2022, all lowland forests in Borneo will be destroyed. Often, the wood goes to Australia and from there to other countries of the West.
The newspapers report that Australian decision makers are well informed about this situation and a ban has been discussed for years. Please could you explain to me:
Why does the government still permit the importation of wood known to have been logged illegally?
Other countries act. The United States has banned the import of wood from illegal sources two years ago, the EU will follow soon. Why does Australia stand idly by?
Instead of supporting the conservation efforts, the Australian government has given money to build a road through pristine rainforest in Indonesia – that is, from Pontianak to Sintang in Western Kalimantan. Considering the fact that the new primeminister Julia Gillard has said that she favours a price on Carbon Emissions, do you know the price that Australia would have to pay?
Durch illegale Rodungen wird der indonesische Regenwald zerstört. Die dort lebenden Arten, Tiere wie der Orang-Utan, werden getötet oder verlieren ihren Lebensraum. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird bis 2022 nahezu der gesamte Tieflandregenwald auf Borneo zerstört sein. Das Holz wird häufig nach Australien transportiert und geht von dort in andere Länder des Westens.
Die Zeitungen berichten, dass Australiens Entscheider bestens informiert sind über diese Situation und ein Importverbot für diese Hölzer seit Jahren diskutiert wird. Bitte erklären Sie mir:
Warum importiert Australien nach wie vor Holz, welches nachweislich aus illegalen Quellen stammt?
Andere Länder handeln. Die Vereinigten Staaten haben bereits vor zwei Jahren einen Einfuhrstopp beschlossen, die EU wird bald folgen. Warum sieht Australien untätig zu?
Statt Anstrengungen zum Umwelt- und Klimaschutz zu unterstützen, hat Australien Geld zur Verfügung gestellt, eine Straße durch unberührten Regenwald zu bauen – von Pontianak nach Sintang in Westkalimantan, Borneo. Auch angesichts der Tatsache, dass die neue Premierministerin Julia Gillard einen Preis auf Kohlendioxidemissionen fordert, frage ich: Ist sich Australien der möglichen Kosten seiner Politik bewusst?
Für eine Antwort Ihrerseits bedanke ich mich vorab und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Verschiedene Dokumente haben die EU wachgerüttelt: „Bio“treibstoffe zerstören die Lebensmittelproduktion und die Regenwälder – die Wirtschaft macht derweil Stimmung gegen die Erkenntnisse //
Agrardiesel und andere „grüne“ Treibstoffe, die von Europäern getankt werden, können unbeabsichtigte Konsequenzen für tropische Regenwälder und Feuchtgebiete haben, räumt die EU nun in einer Reihe von Berichten ein. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Die EU hegt offenbar Zweifel an der bisherigen Subventionspolitik. Artikel im News-Bereich von BOS Deutschland vom 5. März 2010 von Lars Dittmer
„Die simulierten Effekte der EU-Agrartreibstoffpolitik lösen Eruptionen auf den Agrarmärkten aus,“ warnt ein Vorabbericht die EU-Politiker. Bislang war das angepeilte Ziel der EU, bis 2020 zehn Prozent der Treibstoffversorgung aus erneuerbaren Energien zu beziehen. In der EU gibt es nun Stimmen, die dieses Ziel binnen einer Vier-Jahres-Frist erneut prüfen wollen.
„Falls der Anbau von Agrargütern für Biodiesel weiter in dieser Form von der EU unterstützt wird, wird massenweise Land in Lateinamerika und Asien in Agrarflächen konvertiert,“ warnt ein weiterer Bericht. „Die möglichen Umweltschäden, die daraus erwachsen sind massiv und kaum reversibel.“ Die Warnungen sind nicht neu – Umweltschutzaktivisten weisen schon seit Jahren auf die Probleme hin. Etwa 116 Dokumente, die mit dem Thema befasst sind werden derzeit diskutiert, weitere werden erwartet.
Die EU scheint aufgerüttelt – wenn sie auch im Moment noch versucht, intern die möglichen Schäden zu quantifizieren. „Offizielle Angaben gibt es noch nicht,“ sagte eine Sprecherin des europäischen Energieministers Günther Öttinger. „Die große Menge an Papieren zeigt allerdings, dass die Kommission die Problematik sehr ernst nimmt.“
Der Kampf innerhalb der Kommission hat auch ganz klar einen wirtschaftlichen Hintergrund. Ein interner Brief eines Agrarexperten warnt, dass eine 5-Milliarden-Euro-Industrie „sterben“ würde, käme der volle Kohlendioxid-Fußabdruck der Branche zum tragen. Auch Lobbyisten der Bioethanol-Industriegruppe Ebio, haben die derzeit unübersichtliche Faktenlage genutzt um bei den Politikern gegen die Mahner Stimmung zu machen.
Die indirekte Landumwidmung in Agrarplantagen hat speziell die Palmölindustrie frühzeitig ins Visier von Umweltschützern gebracht. „Bio“-Treibstoffe stehen in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion und werden heutzutage nicht selten an Orten angepflanzt, wo früher intakte Regenwälder standen. Wollte man den Durst der EU nach Agrarteibstoffen befriedigen, müsste man zusätzliche 5,2 Millionen Hektar Land bis 2020 finden, bescheinigt eine Studie. Das ist eine Fläche, größer als die Niederlande. Woher nehmen und nicht stehlen, sagt man sich nun in der EU.
Die Wälder werden oft brandgerodet und stoßen immense Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre – nicht einmal theoretisch könnte ein so produzierter Treibstoff klimafreundlich sein. Experten gehen davon aus, dass, falls gerade einmal 2,4 Prozent des europäischen Agrarsprits aus Palmöl gewonnen würde, das auf früheren Torfböden gezogen würde, wäre jeder Gewinn fürs Klima null und nichtig.
Ein Viertel aller Säugetierarten ist vom Aussterben bedroht, 200 Arten darunter unmittelbar. Ursächlich dafür sind die Zerstörung ihrer Habitate und die Jagd. Zu diesem traurigen Ergebnis kommt die Weltnaturschutzunion (IUCN) in einer Studie, die sie am Montag, dem 6. Oktober 2008 auf dem Weltnaturschutzkongress in Barcelona vorlegte. Artikel im Newsbereich von BOS Deutschland vom 8. Oktober 2008, von Lars Dittmer
Der Pardellluchs, die gefährdetste Raubkatze der Welt
Mehr als 1700 Forscher zeigen in dieser umfassenden Arbeit dass die Hälfte aller 5487 Säugetierarten derzeit zurückgehen. Betroffen sind Tiere aller Größenordnungen – sowohl der Blauwal als auch die insektengroße Schweinsnasenfledermaus finden sich auf der roten Liste. Mindestens 76 Säugetierarten sind verloren gegangen seit 1500.
“Der Rückgang bei den Säugetieren geht schneller voran als wir gedacht hatten – schon jetzt ist jede vierte Spezies vom Aussterben bedroht”, beklagt Jan Schipper von der Organisation Conservation International. Von den mehr als 4500 Säugetieren für die Daten vorlagen waren über 1100 vom Aussterben bedroht. “Unser Datenmaterial ist dieses Mal umfangreicher als in früheren Studien”, sagte Jan Schipper. Dennoch seien manche Tierarten nur wenig dokumentiert – was auch zum Teil dem Umstand geschuldet ist, dass sie kaum noch gesichtet werden. Weitergehende Informationen könnten ergeben dass noch weit mehr Arten vom Rückgang betroffen sind.
Dramatisch seien die Rückgänge zum Beispiel beim tasmanischen Teufel, einem australischen Beutelnager, dem kaspischen Seehund und der asiatischen Fischkatze – all diese Arten wurden von der Kategorie “vulnerable” (gefährdet) herabgestuft zu “endangered” (bedroht). “Noch zu unseren Lebzeiten werden hunderte Arten aufgrund menschlichen Handelns verloren gehen”, warnte Julia Marton-Lefevre, die Generaldirektorin des IUCN.
Die Liste weist 188 Arten als “critically endangered” (unmittelbar vom Aussterben bedroht) aus; auf diese Kategorie folgt nur noch “extinct” – ausgestorben. Ganz oben findet sich hier beispielsweise der in Spanien beheimatete Pardelluchs, von dem nur noch zwischen 84 und 143 ausgewachsene Tiere übrig sind. Der kubanische Zwerhutia, ein Nager aus der Familie der Baumratten, wurde seit 40 Jahren nicht gesehen. Auch der Klimawandel verlangt hier verschiedentlich seine Opfer – so dezimiert der Rückgang des arktischen Eises dort ansässige Arten wie den Eisbären.
Ganz schlecht bestellt ist es auch um unseren nächsten Verwandten, den Orang-Utan. So ist die auf Borneo beheimatete Art “bedroht” und die auf Sumatra “unmittelbar vom Aussterben bedroht”. „Die Säugetiere sind in einer weltweiten Krise. Der Artenexodus schreitet ungebremst voran“, sagte Volker Homes, Artenschutzexperte beim WWF Deutschland.
Dennoch vermeldete der Bericht auch einige wenige Hoffnungsschimmer. So erholt sich der Bestand verschiedener Arten – der Bericht geht hier von 5% aus – auch aufgrund von Tier- und Umweltschutzbemühungen. Erwähnenswert hier das europäische Bison und der nordamerikanische Schwarzfußiltis. Offenbar sind auch die afrikanischen Elefantenbestände gefestigt. Die Art stieg im Status von “gefährdet” auf “beeinträchtigt” (“near threatened”).
Zudem wurden 349 Arten seit 1992 entdeckt, wie zum Beispiel der tansanische Rüsselspringer, ein kleiner afrikanischer Insektenfresser. “Dennoch werden vermutlich einige Arten verschwinden bevor wir dazu kommen sie zu beschreiben”, sagte Jan Schipper.
Während sich die Studie auf Säugetiere konzentriert, sieht es für andere Arten von Tieren und Pflanzen noch düsterer aus, berichtet die Weltnaturschutzunion. So sieht eine aktualisierte “Rote Liste” mehr als 16,000 von 44,000 Arten bedroht, besonders betroffen darunter: Amphibien wie Frösche und Schildkröten.
Julia Marton-Lefèvre resummierte: “Wir müssen uns jetzt klare Artenschutzziele setzen. Wenn wir den Trend nicht umdrehen, können wir mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass eine unserer bleibenden Hinterlassenschaften das Ausrotten einer Reihe unserer nächsten Verwandten sein wird.”
Foto: Programa de Conservación Ex-situ del Lince Ibérico, www.lynxexsitu.es